Haarerkrankungen.de

sie sind hier: startseite / aktuelles

Aktuelles

Bericht zum Thema "Haarausfall bei Frauen"
18. Dezember 2007 - Priv.-Doz. Dr. Gerhard Lutz

WESSELING/BONN (abd) - Geheimratsecken und Tonsur: was als „Männerdomäne" gilt, kann ebenso Frauen treffen. „Typisch weiblich" lichtet sich dagegen das Deckhaar gleichmäßig im mittleren oder gesamten Kopfbereich. Etwa jede dritte Frau leidet unter Haarverlust - das ist mehr als eine kosmetische Bagatelle, betont der Hautarzt und Haarexperte Priv.-Doz. Dr. Gerhard Lutz aus Wesseling/Bonn.

„Wenn die Haarpracht immer spärlicher erscheint oder gar büschelweise ausfällt, können dies Indizien für ernstzunehmende Störungen sein", warnt Priv.-Doz. Dr. Gerhard Lutz. „Die zugrunde liegenden Ursachen des Haarverlusts bei Frauen gilt es mit kriminalistischem Spürsinn, herauszufinden." Der Experte für Haut und Haar rät daher, frühzeitig bei einem Dermatologen eine verlässliche Diagnose einzuholen.

„Wie bei einer Rasterfahndung" verfolgt der Hautarzt bei diffusem Haarausfall unterschiedliche Spuren: Im Trichogramm, einer mikroskopischen Begutachtung der Haarwurzeln, lässt sich erkennen, ob und wie stark das Haarwachstum gestört ist. In weitergehenden Untersuchungen wird kontrolliert, ob ein Eisen- oder Zinkmangel, vielleicht auch eine Schilddrüsenerkrankung oder Entzündungen der Grund sind, dass frau Haare lässt. Nicht selten sind Medikamente - insbesondere Blutdruck- oder Blutfett-senkende Mittel - die „Täter", die für den Haarausfall verantwortlich sind. Wird die Ursache behoben, sprießen oft auch die Haare wieder, berichtet der engagierte Dermatologe.

Eine individuelle Veranlagung kann ebenfalls die Ursache des Haarausfalls sein und zur androgenetischen Alopezie (anlagebedingter Haarausfall) führen. Bei Männern typisch sind vor allem Geheimratsecken und eine Glatzenbildung im Tonsurbereich. Dieses männliche Haarausfallsmuster kommt gelegentlich auch bei Frauen vor; meist bleibt jedoch die Stirnhaargrenze erhalten und das Haupthaar dünnt sich in der Mitte des Kopfes aus. Die androgenetische Alopezie kann durch einen Überschuss oder durch eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber männlichen Geschlechtshormonen (Androgenen) verursacht werden, erklärt Lutz. Betroffene Patientinnen leiden manchmal zusätzlich unter Zyklusstörungen, einem Oberlippenbärtchen und anderen Androgenisierungserscheinungen. „Bei den meisten Patientinnen ist die androgenetische Alopezie anlagebedingt und trat schon bei der Mutter, einer Großmutter oder Tante auf", berichtet Lutz. Die Androgenspiegel im Körper können dann durchaus normal sein. Die Forschung geht davon aus, dass bei betroffenen Männern aufgrund ei ner genetischen Veranlagung die Androgenrezeptorendichte der Haarfollikel höher ist. Das heißt, die Haarwurzeln reagieren empfindlicher auf das Hormon Dihydrotestosteron, verkümmern und können kein neues Haar mehr produzieren. Für Frauen konnte dieser Zusammenhang bisher jedoch nicht bestätigt werden. Lutz warnt vor zweifelhaften Selbstbehandlungen aus dem Supermarkt oder gar dem Internet und empfiehlt therapeutische Optionen, deren Wirksamkeit wissenschaftlich nachgewiesen ist. Bei der androgenetischen Alopezie macht der Dermatologe gute Erfahrungen mit dem Wirkstoff Minoxidil. Das Präparat wird zweimal täglich äußerlich aufgetragen. Es stimuliert die Haarwurzeln, fördert die Haarproduktion und regt so das Haar wachstum an.

Weitere News-Beiträge

2007
Archiv
2022 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2022 anzeigen
2021 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2021 anzeigen
2020 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2020 anzeigen
2019 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2019 anzeigen
2018 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2018 anzeigen
2017 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2017 anzeigen
2016 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2016 anzeigen
2015 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2015 anzeigen
2014 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2014 anzeigen
2013 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2013 anzeigen
2012 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2012 anzeigen
2011 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2011 anzeigen
2010 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2010 anzeigen
2009 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2009 anzeigen
2008 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2008 anzeigen
2006 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2006 anzeigen
2005 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2005 anzeigen
2004 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2004 anzeigen
2003 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2003 anzeigen
2002 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2002 anzeigen
2001 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2001 anzeigen
2000 Headlines der News-Beiträge des Jahres 2000 anzeigen
Die Inhalte von Haarerkrankungen.de können und sollen keinen Arztbesuch ersetzen und stellen keine Anleitung zur Selbstmedikation oder Selbstdiagnose dar. Die Informationen dieser Webseiten inklusive der Expertenräte sollen zur Erlangung zusätzlicher Informationen zu einer bereits gestellten Diagnose oder zur Vorbereitung eines Arztbesuches dienen. Empfehlungen hinsichtlich Diagnoseverfahren, Therapieformen, Medikamenten oder anderer Produkte werden nicht gegeben.
Bitte lesen Sie hierzu die Nutzungsbedingungen mit Haftungsausschluss. und beachten Sie unsere Datenschutzerklärung
© 2022 medical project design GmbH