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Bericht vom 5. internationalen Haarforscherkongress in Vancouver, Teil 1
3. Juli 2007 - Prof. Hans Wolff

Vom 13. bis 16. Juni 2007 traf sich die Weltgemeinschaft der Haarforscher in Vancouver zum 5th International Congress on Hair Research. Dieses international wichtigste Treffen fand 2004 in Berlin und 2001 in Tokyo statt. Es war wirklich erstaunlich mitzuerleben, wie dynamisch und wissenschaftlich hochwertig die Haarforschung international betrieben wird. Die Ergebnisse werden in so respektierten Fachjournalen wie z.B. Nature-Medicine oder Cell publiziert.

Die Organisation des Treffens wurde von dem Präsidenten der North American Hair Research Society, Professor George Cotsarelis, zusammen mit dem Lokalmatador, Professor Jerry Shapiro, durchgeführt. Insgesamt fanden sich etwa 400 Wissenschaftler aus aller Welt zum Austausch neuester Ergebnisse zusammen. Dabei bot das Fairmont-Hotel einen angenehmen Rahmen. Bereits am Mittwoch, den 13.06.2007, wurde um 8.00 Uhr morgens mit den sogenannten Pre-Conference-Meetings begonnen. Dabei hatten die Teilnehmer die Auswahl zwischen verschiedenen, hochkarätig besetzten Workshops.

Workshop I beschäftigte sich mit der androgenetischen Alopezie (Vorsitz: Andrew Messenger und Vera Price). Leider musste ich feststellen, dass derzeit keine interessanten klinischen Studien zu Therapeutika gegen die androgenetische Alopezie des Mannes und der Frau durchgeführt werden. Der für uns Europäer einzig interessante Aspekt war die neue Formulierung von Minoxidil 5%, das in den USA bereits jetzt als „Rogaine-Foam“, also als Haar-Schaum, erhältlich ist. Diese neue Formulierung bietet den Vorteil, dass sie weniger reizend für die Kopfhaut ist, da auf Polyethylenglykol verzichtet werden kann.

In Workshop II wurden Aspekte vernarbender Alopezien unter dem Vorsitz von Elise Olsen und Rodney Sinclair besprochen. Hier gab es interessante neue Ergebnisse über CD200. Dieses Molekül schützt Haarfollikelzellen vor dem Angriff des eigenen Immunsystems. Geht das Molekül von der Oberfläche der Zellen verloren, wird der Haarfollikel als fremd betrachtet und eine Autoimmunreaktion beginnt. Wer genauer nachlesen will: Rosenblum MD et al, Journal of Investigative Dermatology 123: 880-887, 2004. Für die klinische Relevanz ergab sich leider auch in dieser Sitzung kein Durchbruch in der Behandlung von solch langwierigen Erkankungen wie beispielsweise Lichen ruber follicularis oder Folliculitis decalvans. Allerdings wurden einige interessante praktische Tipps gegeben, die in meiner Haarsprechstunde demnächst auch Anwendung finden werden.

In Fortsetzung des Mittwoch-Programms fanden nachmittags weitere Pre-conference-Workshops statt. Dabei war allerdings der Workshop zur Alopecia areata von den Ergebnissen her entäuschend, obwohl hochkarätig geleitet von Professor George Cotsarelis und Professor Rolf Hoffmann aus Freiburg. Bei der Alopecia areata tut sich leider gar nichts Neues! Auffällig ist, dass in Amerika und Kanada die Haupt-Behandlung in der Einspritzung von Kortisonlösung in die betroffenen Areale besteht, während in Europa diese Injektionen zurückhaltender gehandhabt werden. Weiterhin kann die topische Immuntherapie mittels Diphencyclopropenon (DCPC) als effizienteste Therapie einer ausgeprägten Alopecia areata gelten.

Prof. Dr. Hans Wolff, Leiter der Haarsprechstunde der Universitätshautklinik München

Der 2. Teil des Kongressberichtes folgt in Kürze

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