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Die Behandlung von diffusem Haarausfall
17. August 2012 - Dr. Andreas Finner

Der diffuse Haarausfall (diffuses Telogeneffluvium) ist eine häufig vorkommende Störung des Haarzyklus, vor allem bei Frauen, und betrifft mehr oder weniger die gesamte Kopfpartie. Die betroffenen Patienten beklagen verstärkten Haarausfall und sind häufig sehr besorgt. Sie empfinden zusätzlich eine Abnahme des Haarvolumens und sind unsicher, ob das Haar nachwächst. Eine zugrunde liegende Ursache oder ein auslösendes Ereignis liegt häufig mehrere Monate zurück bzw. besteht seit längerer Zeit. Aus diesem Grund muss eine detaillierte Ursachenforschung erfolgen.

Das diffuse Telogeneffluvium kann verschiedene Auslöser haben, die dem normalen Haarwachstum entgegenwirken, ohne dabei den Haarfollikel zu zerstören. Mögliche Ursachen sind fieberhafte Infektionen (z.B. Grippe), Eisenmangel, Systemerkrankungen (Diabetes mellitus, Schilddrüsenerkrankungen etc.), Ernährungsdefizite, hormonelle Veränderungen (z.B. Geburt, An- oder Absetzen der Pille), Stresssituationen, Crash-Diäten, Operationen in Vollnarkose, Vergiftungen und die Einnahme bestimmter Arzneimittel (Antidepressiva, Antikoagulantien, Zytostatika etc.). Dabei kann die Erkrankung sowohl akut als auch chronisch auftreten. Tritt sie akut auf, ist der Auslöser meist zu ermitteln. Beim chronischen diffusen Effluvium bleibt die Ursache oft unentdeckt.

Insofern der Auslöser des Telogeneffluviums bekannt ist und noch besteht, muss dieser behoben werden (z.B. Gabe von Eisenpräparaten, ggf Absetzen von Medikamenten, Behandlung von Systemerkrankungen). Die zusätzliche orale Gabe einer Kombination aus medizinischer Trockenhefe, der Aminosäure Cystin und zwei B-Vitaminen (Calciumpantothenat, Thiaminnitrat) wurde in zahlreichen Studien untersucht, und hat sich auch in Fällen mit unklarem Auslöser bewährt (Handelspräparat Pantovigar – einziges in Deutschland zur Therapie des diffusen Haarausfalls zugelassenes Arzneimittel).

Eine kürzlich durchgeführte Meta-Analyse hat die Wirksamkeit dieser Behandlung in einer großen Patientenpopulation bestätigt. Eine komplette Literatursuche ergab elf Studien zur weiteren Analyse. Es wurden drei Endpunkte (Zufriedenheit des Arztes, Zufriedenheit des Patienten und Anagenrate) analysiert. Um Verzerrungen zu vermeiden, wurden alle Studien, die den jeweiligen Endpunkt untersuchten, eingeschlossen.

Zum Endpunkt „Zufriedenheit des Arztes“ wurden drei Studien mit 1.247 Patienten herangezogen. Bei 90 % der Patienten wurden die Behandlungsergebnisse als sehr gut oder gut bewertet. Zum Endpunkt „Zufriedenheit des Patienten“ wurden vier Studien mit 1.612 Patienten herangezogen. 87 % der behandelten Patienten stuften die Wirkung als sehr gut oder gut ein. Zum Endpunkt „Anagenrate“ (Haare in der Wachstumsphase) wurden vier randomisierte, placebokontrollierte Studien mit 180 Patienten analysiert. Die Anagenrate in der Verum-Gruppe lag 3,83 absolute Punkte über dem Ergebnis in der Placebo-Gruppe.

Die Meta-Analyse bestätigt die Wirksamkeit der Behandlung mit einer hohen Signifikanz. Die gesteigerte Anagenrate spricht für eine Normalisierung der Störung im Haarzyklus. Die möglichen Wirkmechanismen der Kombination Medizinalhefe + Cystin + B-Vitamine sind eine optimierte Nährstoffversorgung, eine Stimulierung der Haarmatrixzellen und antioxidative Effekte.

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