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Laserepilation - endlich Schluss mit lästigen Härchen
6. November 2017 - Dr. Uwe Schwichtenberg

Viele Frauen und Männer empfinden die Behaarung an Armen, Beinen oder dem Intimbereich als lästig. Frauen, die unter verstärktem Haarwachstum an der Oberlippe leiden, versuchen oft mit allen Mitteln diese loszuwerden, meist mit unbefriedigenden Ergebnissen. Juckreiz oder Hautirritation sind die Folge. Doch auch Männer, die unter einer starken Behaarung z.B. am Rücken leiden, möchten nicht täglich rasieren und suchen nach einer permanenten Lösung. Um lästige Haare wirksam und nachhaltig zu entfernen, bietet sich die Laserepilation an, die mittlerweile als Goldstandard der Haarentfernung gilt.

Laser-Geräte haben die kosmetische und medizinische Entfernung unerwünschter Haare revolutioniert. Das Laserlicht dringt durch die Haut bis zur Haarwurzel vor und zerstört die Wachstumszone des Haares. Durch eine eingebaute Kühlung wird die umliegende Haut geschont. Dank der relativ schnellen und effektiven Behandlungsmethode lassen sich die Haare schmerzarm entfernen. Wichtig ist es bei der Behandlung mittels Laser einen geeigneten Experten zu finden, um Risiken auszuschließen. Die DDL e.V. setzt sich für eine qualitätsgesicherte Lasertherapie ein, weshalb alle Mitglieder qualifizierte Laser- Experten sind.

Im Interview mit Dr. Peter Arne Gerber, der die diesjährige Tagung der Deutschen Dermatologischen Lasergesellschaft (DDL e.V.) in Düsseldorf leitet, wird näher auf die Behandlungsmethode, den Ablauf, Irrtümer sowie die Vorteile der Laserepilation eingegangen.

1.) Wie funktioniert die Laserepilation?
"Bei der Laserepilation wird das Melaninpigment im Haarschaft gezielt durch den Laser erhitzt. Diese Hitze überträgt sich auf die Haarwurzelzellen und schädigt diese, sodass das Haarwachstum dauerhaft gestört wird."

2.) Was ist das Besondere an dieser Enthaarungsmethode?
"Durch die Laserepilation lassen sich auch große Areale relativ schnell enthaaren. Anders als bei Rasur oder konventioneller Epilation wird das Haarwachstum so nachhaltig gestört, dass der behandelte Bereich zumeist über einen langen Zeitraum haarfrei bleibt."

3.) Welche Körperregionen kann man mittels Laser enthaaren lassen?
"Die Laserepilation kann für alle Körperregionen, einschließlich Gesicht und Bikinizone, angewendet werden."

4.) Für wen eignet sich die Methode?
"Am besten funktioniert die Methode bei dunklen Haaren und heller Haut. Auch lassen sich dickere Haare zumeist einfacher entfernen als feine Haare. Patienten mit dunklen Haaren und dunkler Haut können auch erfolgreich behandelt werden - hier steigt aber das Risiko für Nebenwirkungen, wie etwa Verbrennungen. Schwierig bis unmöglich ist die Laserepilation von grauen oder weißen Haaren."

5.) Was muss ich vor einer Behandlung beachten?
"Bei gebräunter Haut steigt das Risiko für Nebenwirkungen. Deshalb sollte in den Wochen vor der Behandlung eine strikte UV-Karenz eingehalten werden. Bei der Behandlung dürfen die Haare nicht zu lang sein. Am besten erfolgt am Vortag der Behandlung eine Rasur. Dann kann der Behandler zwar die behaarten Areale erkennen, es besteht aber nicht das Risiko, dass Haare an der Hautoberfläche verbrennen. Unmittelbar vor der Behandlung sollten Kosmetika o.ä. entfernt und das Areal desinfiziert werden. Bei ungewöhnlichen Behaarungsmustern sollten vor einer Laserbehandlung mögliche Ursachen, wie etwa hormonelle Störungen abgeklärt werden."

6.) Hat man während der Behandlung Schmerzen? Wenn ja, wovon ist das abhängig?
"Anders als häufig versprochen ist die Laserepilation sicher nicht komplett schmerzfrei, aber in der Regel schmerzarm. Das Schmerzempfinden hängt zum einen von Faktoren wie der Haardichte oder auch der gewählten Energiedichte ab, zum anderen aber auch vom individuellen Schmerzempfinden. Wichtig ist eine konsequente Kühlung. Unterstützend können auch Analgetika eingesetzt werden - dies ist aber in den allermeisten Fällen nicht notwendig."

7.) Was muss ich nach der Behandlung beachten?
"Unmittelbar nach der Behandlung sollte das Areal noch einige Minuten nachgekühlt werden. Wie auch vor der Therapie ist eine UV-Karenz über mehrere Wochen geboten um das Risiko von Pigmentverschiebungen zu minimieren."

8.) Wie viele Sitzungen sind nötig, um alle Haare zu entfernen?
"Je nach Körperregion kann pro Behandlung etwa die Hälfte der Haare dauerhaft entfernt werden. So lassen sich häufig schon nach drei bis sechs Sitzungen zufriedenstellende Ergebnisse erreichen."

9.) Was kostet eine Sitzung in etwa?
"Dies richtet sich zum einen nach der Größe der zu behandelnden Fläche, also z.B. Oberlippe versus kompletten Rücken, zum anderen aber auch nach dem "allgemeinen Preisniveau" in Stadt oder Region. Hier bewegt man sich zwischen etwa 70 Euro bis hin zu mehreren hundert Euro pro Sitzung."

10.) Für wen eignet sich die Methode nicht?
"Bei Patienten mit dunkler Haut ist das Risiko für Komplikationen, wie etwa Verbrennungen erhöht. Deshalb sollten auch gut gebräunte Patienten zunächst nicht behandelt werden und eine Wiedervorstellung nach "Abblassen" empfohlen werden. Schwierig bis unmöglich ist die Laserepilation von grauen oder weißen Haaren. Vor Beginn der Behandlung sollten ferner eine Neigung zur Narbenbildung oder Pigmentverschiebungen sowie die Einnahme photosensibilisierender Medikamente als mögliche Kontraindikationen abgefragt werden."

11.) Was sind die Vorteile der Behandlung?
"Die Laserepilation ist schnell, effektiv und relativ schmerarm. Zu Recht gilt sie heute als Goldstandard der dauerhaften Haarentfernung."

12.) Ist die Haarentfernung mittels Laser von Dauer?
"Durch die Laserepilation lässt sich, individuell unterschiedlich, eine deutliche Reduktion der Haardichte über Monate bis Jahre erreichen. Eine permanente, sprich lebenslange Entfernung der Haare gelingt aber praktisch nicht."

13.) Gibt es Risiken bei der Laserepilation?
"Die Risiken reichen von leichteren Verbrennungen mit Schmerzen, über Pigmentverschiebungen bis hin zu schweren Verbrennungen mit Narbenbildung. In der Hand des Facharztes ist das Verfahren aber sehr sicher."

14.) Was sind Vorteile gegenüber alternativen Methoden wie Wachsen, Rasieren, Haarentfernungscremes und Epilieren?
"Im Vergleich zu den anderen Verfahren ist der Laser verhältnismäßig schnell, effektiv, schmerarm und die erzielten Effekte sind von langer Dauer. Auch Haarwurzelentzündungen oder Hautirritationen treten nach Laserbehandlungen selten auf."

15.) Was ist der Unterschied zur Behandlung mit IPL?
"Der Laser sendet Licht einer einzigen Wellenlänge aus, während die Blitzlampe oder IPL (engl. für Intensed Pulsed Light) Licht unterschiedlicher Wellenlängen emittiert. Dies führt dazu, dass der Laser das Haar vermeintlich selektiver erhitzt. In der Praxis sind aber IPL und Laser in der Hand des Facharztes vergleichbar effektiv und sicher."

16.) Was muss ich beachten, um einen geeigneten Laserspezialisten zu finden?
"Zunächst einmal sollte man für jegliche Laserbehandlung einen Arzt und nicht etwa eine Kosmetikerin oder ein Epilationsstudio aufsuchen. Dies hat verschiedene Gründe: Durch jahrelanges Studium und Ausbildung sind Ärzte ungleich besser für die Benutzung von Laser- und Lichtsystemen qualifiziert. Dies führt dazu, dass das Risiko für Komplikationen und Nebenwirkungen deutlich geringer ist, als bei medizinischen Laien. Auch kann der Arzt, sollten dennoch Probleme auftreten, diese adäquat behandeln. Schließlich kann eine verstärkte Behaarung ja auch Ausdruck einer systemischen Erkrankung sein oder im Laserareal befinden sich auffällige Muttermale oder andere Hautveränderungen, die eine therapeutische Maßnahme erfordern.
Bei der Suche nach einem Laserspezialisten hilft z.B. der Blick auf die Homepage der Deutschen Dermatologischen Lasergesellschaft (www.DDL.de). Hier finden sich Laserexperten nach Regionen geordnet. Voraussetzung für eine Aufnahme in die DDL ist eine weitreichende Erfahrung mit verschiedensten Lasersystemen. Auch die Zusatzbezeichnung "Diploma in Aesthetic Lasermedicine" (DALM) zeigt, dass dieser Arzt sich in einem mehrjährigen berufsbegleitenden Studium für medizinisch-ästhetische Laseranwendungen fortgebildet hat."

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Dermatologischen Lasergesellschaft

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