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Aktuelles

Neues aus der Grundlagenforschung zu Haarausfall
22. September 2017 - Dr. Uwe Schwichtenberg

Weltweit beschäftigen sich viele Forscherteams mit den Ursachen und der Behandlung der verschiedenen Formen von Haarausfall. Im Folgenden haben wir einige der Berichte der vergangenen Monate aus der internationalen Fachliteratur zusammengefasst.

Aus der Türkei wurde der Fall einer 23 jährigen Frau mit universellem kreisrundem Haarausfall (Alopecia areata universalis) vorgestellt, die erfolgreich mit einem Medikament aus der Substanzklasse der Januskinase-Inhibitoren behandelt wurde. Die Substanz Tofacitinib wurde innerlich verabreicht. (Acta Dermatovenerol Alp Pannonica Adriat. 2017 Jun;26(2):47-49). Es handelt sich hier jedoch nur um einen Einzelfallbericht. Zum Thema der Behandlung der Alopecia aereata mit JAK-Inhibitoren schrieb Prof. Hans Wolff aus München in der Rubrik "Aktuelles" vom 5. Februar 2015 auf www.Harerkrankungen.de: "Zusammenfassend stellen die Januskinase-Inhibitoren, die systemisch gegeben werden, für mich keine Erweiterung des therapeutischen Spektrums dar. Dies liegt nicht nur an den exorbitant hohen Behandlungskosten, sondern auch an den zwar seltenen, aber potenziell tödlichen Nebenwirkungen".

In einem weiteren Bericht (Sci Rep. 2017 Aug 10;7(1):7801. doi: 10.1038/s41598-017-08528-3) werden die Ergebnisse einer Metaanalyse der Daten von 522 Männer mit früh-einsetzender androgenetischer Alopezie (AGA, anlagebedingter Haarausfall) mit denen von 487 Männern ohne AGA verglichen. Es zeigte sich, dass unter Anderem die Werte von Insulin und Cholesterin bei den Männern mit vor dem 35 Lebensjahr einsetzender AGA höher waren als in der Kontrollgruppe. Zudem ähnelten die Hormonprofile der betroffenen Männer denen von Frauen mit PCO Syndrom (PCOS, Syndrom der polyzystischen Ovarien). Diese Ergebnisse stützen die Vermutung, dass es sich bei früh einsetzender AGA um das männliche Äquivalent zum PCOS bei Frauen handele, so die Autoren der Untersuchung.

Eine weitere Analyse von Patientendaten untersuchte die Wahrscheinlichkeit eines spontanen Wiederwuchses von Haaren bei Patienten mit Alopecia areata totalis (AAT, kreisrunder Haarausfall am ganzen Kopf) und Alopecia aeata universalis (AAU, kreisrunder Haarausfall am ganzen Körper). Die Ergebnisse zeigten, dass 17,1% der Patienten volles Wiederwachstum erreichen konnten, in 24,2% kam es zu 90%igen Nachwuchs der Haare. Als ungünstige Faktoren für einen Nachwuchs stellten sich lange bestehender Haarausfall, ebenfalls betroffene Familienmitglieder, Veränderungen der Nägel und gleichzeitig bestehende Erkrankungen des atopischen Formenkreises (zB Neurodermitis und allergisches Asthma) heraus. (Dermatology. 2017 Jul 14. doi: 10.1159/000477458. [Epub ahead of print])

Eine weitere Forschergruppe untersuchte mögliche Auslöser, die zu den charakteristischen Veränderungen im Immunsystem von Patienten mit Alopecia areata (AA) führen (Am J Clin Dermatol. 2017 Aug 11. doi: 10.1007/s40257-017-0312-y.[Epub ahead of print]). Es zeigte sich, dass Patienten mit Alopecia areata statistisch eindeutig häufiger eine Impfung gegen Hepatitis A oder B oder eine Behandlung mit Interferon beta erhalten hatten. Die Autoren des Berichtes Vermuten, dass die Impfungen oder die Behandlungen als Träger für die Entstehung einer AA wirken könnten.

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