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Fragenarchiv - Diffuser Haarausfall durch Einnahme von Medikamenten

Für individuelle Informationen und Empfehlungen ist ein Besuch beim Hautarzt unerlässlich.

Themen in dieser Archiv-Rubrik

1
Medikamente und Haarausfall
Kann die Einnahme von Medikamenten zu Haarausfall führen?

2
Anabolika und Haarausfall
Kann die Einnahme von Anabolika zu Haarausfall führen?

3
Haarausfall durch Medikamente während OP?
Ich habe schon seit mehr als 1,5 Jahren Haarwechsel. Diffus, wie mein Arzt sagt. Er meinte anfangs, es kommt von den Medikamenten, die ich vor nun mittlerweile 2 Jahren während und kurz nach einer OP bekommen habe. Kann das denn immer noch der Auslöser sein?

4
Antidepressiva und Haarausfall
Kann die Einnahme von Antidepressiva zu starkem Haarausfall führen?

5
Cannabis und Haarausfall
Ich bemerke in einigen Regionen meiner Kopfhaut verstärkten Haarausfall und Ausdünnung der Haare. Zudem ist meine Haut sehr trocken und zum Teil schuppig. Kann das mit der Einnahme von Cannabis zusammenhängen?

6
Catapresan und Haarausfall
"Kann es möglich sein, das meine Geheimratseckenausbildung durch ein blutdrucksenkendes Mittel namens ""Catapresan"" (Wirkstoff Clonodin) entstanden ist? Ein genetisch bedingter Haarausfall ist bei mir ausgeschlossen."

7
ASS und Haarausfall
Kann Haarausfall durch die Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS) verursacht werden?

8
Starker diffuser Haarausfall nach fieberhafter Durchfallerkrankung und medikamentöser Behandlung im Ausland
Ich leide seit ca. 2 Monaten an einem extremen, gleichmässig verteilten Haarausfall. Extrem heisst: ca. 500 bis 1000 Haare täglich und nach dem Waschen bis zu 3000 Haare. Stark betroffen ist der Vorderkopf/Schläfenbereich. Momentan habe ich noch etwa ein Drittel meiner Haare, die ich vor einem halben Jahr hatte. Ansonsten habe ich keine Krankheiten, meine 'Werte' sind normal. Alter: 40 Jahre. Vorgeschichte: Ich kam vor 6 Wochen von einer 3-monatigen Reise nach Südamerika zurück. Dort hatte ich vor ca. 2,5 Monaten eine Durchfallerkrankung, die mit Fieber einherging und die mit starken Mitteln gegen Amöben und Bakterien behandelt werden musste. Ausserdem habe ich 1 Monat vor Beginn der Reise Regaine abgesetzt, das ich davor 1 Jahr mit gutem Erfolg gegen eine angebliche androgenetische Alopezie eingenommen habe, die sich als diffuses Effluvium (laut Trichogramm) herausstellte. Ich diesen starken Haarausfall schon während meiner Reise gehabt. Welche Ursachen kommen für den Haarausfall in Betracht? Ist es möglich, dass das Absetzen von Regaine zum Verlust aller Haare führen kann? Ich habe vor 4 Wochen wieder mit Regaine angefangen, aber es ist noch keine Wirkung zu sehen.

9
Proviron und Haarausfall
Kann Haarausfall durch die Einnahme von Proviron verursacht werden?

10
Haarausfall durch Vitamin A?
Ich möchte bald Bräunungskapseln nehmen, die Vitamin A enthalten. Jetzt habe ich gelesen, dass Vitamin A Haarausfall fördert. Stimmt das?

Kann die Einnahme von Medikamenten zu Haarausfall führen?

Medikamente können prinzipiell Haarausfall auslösen. Die Mechanismen sind häufig ungeklärt. Werden die Medikamente abgesetzt, wachsen die ausgefallenen Haare im Allgemeinen jedoch innerhalb weniger Monate wieder nach.

Dr. C. Kunte

Kann die Einnahme von Anabolika zu Haarausfall führen?

Anabolika führen bekanntermaßen zu Haarausfall, das Muster der Haarlichtung folgt meist dem typischen androgenetischem Haarverlust.

Nach Anabolikaeinnahme dauert es in der Regel wenige Monate, bis der Haarverlust einsetzt, dieser hält je nach Einnahmedauer an. Entscheidend ist auch, in welcher Form die Anabolika zugeführt wurden. Als intramuskuläre Spritze - Depotpräparat - ist die Wirkung natürlich entsprechend lang. Normalerweise wachsen die verlorenen Haare wieder nach. Unterstützend hilfreich können vom Hautarzt verordnete Präparate sein wie z.B. Minoxidil-Lösung (Regaine).

Dr. C. Kunte

Ich habe schon seit mehr als 1,5 Jahren Haarwechsel. Diffus, wie mein Arzt sagt. Er meinte anfangs, es kommt von den Medikamenten, die ich vor nun mittlerweile 2 Jahren während und kurz nach einer OP bekommen habe. Kann das denn immer noch der Auslöser sein?

Durch die Einnahme bestimmter Medikamente und auch durch Operationen in Vollnarkose können plötzlich viele Haare aus der Wachstumsphase (Anagenphase) in die Ruhe- bzw. Ausfallsphase (Anagenphase) übertreten. Diese Haare fallen dann typischerweise 2-4 Monate später aus. Der dann einsetzende vermehrte Haarwechsel kann wiederum einige Monate anhalten. Danach normalisiert sich der Haarverlust wieder, die verlorenen Haare wachsen im Allgemeinen wieder nach. Der Zeitraum von 2 Jahren ist hierfür allerdings zu lange, so dass der von Ihnen beschriebene Haarverlust mit hoher Warscheinlichkeit nicht mehr auf die Medikamentengabe oder die Operation zurückzuführen ist. Lassen sich keine anderen Ursachen wie z.B. Eisenmangel oder Schildrüsenfunktionsstörung etc. finden, kann es sich auch um das chronische Telogeneffluvium (CTE) handeln. Hierunter versteht man einen oft über Jahre andauernden harmlosen erhöhten Haarwechsel, für den sich keine Ursache finden lässt. In diesem Zusammenhang kann die Anwendung von Pantovigar N, einer Kombination von Aminosäuren wie L-Cystin und Vitaminen der B-Gruppe, sinnvoll sein.

Prof. Dr. Ralph M. Trüeb berichtete auf der 11. Jahrestagung der EHRS Mitte 2005 in Zürich über eine Studie zum Einsatz von Pantovigar N, eine Kombination natürlicher schwefelhaltiger Aminosäuren wie L-Cystin und Vitaminen der B-Gruppe, bei Frauen mit diffusem Haarausfall ohne erkennbare Ursache. Hinweise für den Nutzen des Präparates geben die Daten einer Placebo-kontrollierten Studie mit 30 Patientinnen. Die Frauen nahmen Pantovigar N oder ein Placebo über sechs Monate ein. Die Wirksamkeit der Behandlung wurde mit Übersichtsfotografien vor und am Ende der Studie und mittels TrichoScan-Aufnahmen ermittelt, mit denen die Anagenhaare (Haare in der Wachstumsphase), die Haarzahl und die Haardichte sowie die Dicke des Haarschafts elektronisch berechnet wurden. Innerhalb eines halben Jahres besserte und normalisierte sich die Rate der Anagenhaare nach Angaben von Prof. Trüeb statistisch signifikant nur in der Pantovigar- und nicht in der Placebo-Gruppe. Haarzahl, Haardichte und kumulierte Haardicke veränderten sich hingegen kaum. Die Übersichtsaufnahmen belegten jedoch ein verbessertes Erscheinungsbild aufgrund der zunehmenden Zahl wachsender Anagenhaare. Für Prof. Trüeb ein Indiz dafür, dass das Präparat sinnvoll gegeben werden könne bei Formen von diffusem Haarausfall ohne erkennbare Ursachen. Unterstützend könne Pantovigar N darüber hinaus bei Haarausfall mit verminderter Rate an Anagenhaaren wie z.B. saisonalem Haarausfall und Haarausfall nach der Geburt eingesetzt werden.

Dr. Jens Meyer

Kann die Einnahme von Antidepressiva zu starkem Haarausfall führen?

Antidepressiva verursachen meiner Erfahrung nach keinen relevanten Haarausfall. Die Nebenwirkung ""Haarausfall"" steht bei so gut wie jedem Medikament im Beipackzettel, weil in fast jeder Studie einige Teilnehmer Haarausfall bemerken. Dies liegt aber meist nicht am untersuchten Medikament, sondern daran, dass jeder Mensch täglich 60 - 100 Haare verliert und daran, dass es durchaus jahreszeitlich stärkere Haarwechsel gibt, die aber völlig normal sind.

Prof. Dr. H. Wolff

Ich bemerke in einigen Regionen meiner Kopfhaut verstärkten Haarausfall und Ausdünnung der Haare. Zudem ist meine Haut sehr trocken und zum Teil schuppig. Kann das mit der Einnahme von Cannabis zusammenhängen?

Noxen (Medikamente, Chemikalien oder Drogen) führen im allgemeinen nicht zu lokalisiertem Haarverlust, sondern zu Haarausfall am gesamten Kopf, wenn nicht gesamten Körper. Berichte über durch Cannabis ausgelösten Haarverlust oder trockene Haut mit starker Schuppung sind in den einschlägigen Lehrbüchern und der wissenschaftlichen Literatur nicht zu finden. Eine Beeinflussung der Schweißdrüsenaktivität durch Cannabis ist möglich. Auf jeden Fall ist ein Aufsuchen eines Hautarztes wegen der Hauterscheinungen zu empfehlen. Zudem sollte der Cannabis-Konsum kritisch überdacht und gegebenenfalls auch hierzu Hilfe in Anspruch genommen werden.

Dr. C. Kunte

"Kann es möglich sein, das meine Geheimratseckenausbildung durch ein blutdrucksenkendes Mittel namens ""Catapresan"" (Wirkstoff Clonodin) entstanden ist? Ein genetisch bedingter Haarausfall ist bei mir ausgeschlossen."

Einige blutdrucksenkende Mittel, darunter auch der Wirkstoff Clonidin (Handelsname Catapresan), können als unerwünschte Nebenwirkung Haarausfall verursachen. Der durch Medikamente verursachte Haarausfall betrifft jedoch im Allgemeinen große Bereiche des behaarten Kopfes, man spricht dann von einer symptomatischen diffusen Alopezie. In Abhängigkeit von der Art des Medikamentes und der verabreichten Dosis entwickelt sich ein derartiger Haarverlust zumeist wenige Monate nach Beginn der Medikation, ggf. aber auch früher oder später. Nach Absetzen des Medikamentes kommt es im Allgemeinen zum Stopp der Haarausfalls und zum Wiederwachsen der Haare.

Der von Ihnen beschriebene Haarverlust in den Geheimratsecken ist daher eher nicht auf die Einnahme des Clonidins zurückzuführen. In diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass ein anlagebedingter Haarausfall weder durch eine Haarstatusanalyse (ein Trichogramm kann in einer Ruhephase des anlagebedingten Haarausfalls normal sein), noch durch Bluttests oder Kopfhautbiopsien etc. ausgeschlossen werden kann. Auch wenn keine Betroffenen in der Familie zu finden sind, schließt das einen anlagebedingten Haarausfall nicht aus. Letzteres ist durchaus nichts ungewöhnliches.

Dr. J. Meyer

Kann Haarausfall durch die Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS) verursacht werden?

Prinzipiell können eine Reihe von Medikamenten Haarausfall auslösen. Die Mechanismen sind häufig ungeklärt.

Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure ist ein Thrombozytenaggregationshemmer (hemmt die Verklebung der Blutplättchen und somit die Blutgerinnung) und führt somit zu einer Blutverdünnung. Zum Nebenwirkungsspektrum von Acetylsalicylsäure gehört Haarausfall eigentlich nicht.

Dr. C. Kunte

Ich leide seit ca. 2 Monaten an einem extremen, gleichmässig verteilten Haarausfall. Extrem heisst: ca. 500 bis 1000 Haare täglich und nach dem Waschen bis zu 3000 Haare. Stark betroffen ist der Vorderkopf/Schläfenbereich. Momentan habe ich noch etwa ein Drittel meiner Haare, die ich vor einem halben Jahr hatte. Ansonsten habe ich keine Krankheiten, meine 'Werte' sind normal. Alter: 40 Jahre. Vorgeschichte: Ich kam vor 6 Wochen von einer 3-monatigen Reise nach Südamerika zurück. Dort hatte ich vor ca. 2,5 Monaten eine Durchfallerkrankung, die mit Fieber einherging und die mit starken Mitteln gegen Amöben und Bakterien behandelt werden musste. Ausserdem habe ich 1 Monat vor Beginn der Reise Regaine abgesetzt, das ich davor 1 Jahr mit gutem Erfolg gegen eine angebliche androgenetische Alopezie eingenommen habe, die sich als diffuses Effluvium (laut Trichogramm) herausstellte. Ich diesen starken Haarausfall schon während meiner Reise gehabt. Welche Ursachen kommen für den Haarausfall in Betracht? Ist es möglich, dass das Absetzen von Regaine zum Verlust aller Haare führen kann? Ich habe vor 4 Wochen wieder mit Regaine angefangen, aber es ist noch keine Wirkung zu sehen.

Diffusem Haarausfall am gesamten Kopf liegt meist eine spezifische Ursache zugrunde, die jedoch gelegentlich schwer zu identifizieren ist. Beseitigt man die auslösende Ursache wachsen die verlorenen Haare in der Regel wieder nach. Eine mögliche Erklärung für den massiven diffusen Haarverlust ist die schwere Durchfallerkrankung während des Urlaubs. Durch schwere Infektionen können plötzlich viele Haare aus der Wachstumsphase in die Ruhe- und Ausfallsphase übertreten. Diese Haare fallen dann typischerweise 2-4 Monate später aus. Manche Medikamente können auch zu diffusem Haarverlust führen, eventuell die von Ihnen genommenen. Das Absetzen von Regaine sollte lediglich zu einem Verlust der zuvor stabilisierten Haare in den für einen androgenetischen Haarverlust üblichen Regionen führen. Eine Wirkung von Regaine nach erneutem Ansetzen ist nach frühestens 8 Wochen zu erwarten. Eine weitere mögliche Ursache für massiven Haarverlust ist unter anderen ein diffuser kreisrunder Haarausfall. Eine Differenzierung der Ursache für das vermutlich vorliegende telogene Effluvium mittels Trichogramm ist nicht möglich.

Dr. C. Kunte

Kann Haarausfall durch die Einnahme von Proviron verursacht werden?

Prinzipiell können eine Reihe von Medikamenten Haarausfall auslösen. Die Mechanismen sind häufig ungeklärt.

Der Wirkstoff von Proviron Mesterolon ist ein Androgen und gehört zu den anabol-androgenen Steroiden. Wie jedes Androgen oder Steroid kann Proviron zu Haarausfall führen. Das Haarausfallsmuster kann entweder diffus über den ganzen Kopf verteilt sein oder einer androgenetischen Alopezie entsprechen.

Dr. C. Kunte

Ich möchte bald Bräunungskapseln nehmen, die Vitamin A enthalten. Jetzt habe ich gelesen, dass Vitamin A Haarausfall fördert. Stimmt das?

Haben Sie keine Sorge. Es gibt keine soliden Anhaltspunkte dafür, dass Vitamin A aus Bräunungskapseln Haarausfall verstärkt. Lediglich Medikamente auf Vitamin A Basis wie Acitretin (Neo-Tigason) können bei einzelnen Patienten den Haarausfall vorübergehend verstärken.

Prof. Dr. H. Wolff

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