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Fragenarchiv - Behandlung der Alopecia areata

Für individuelle Informationen und Empfehlungen ist ein Besuch beim Hautarzt unerlässlich.

Themen in dieser Archiv-Rubrik

1
Erstattung von Perückenkosten
Werden Perücken von der Krankenkasse erstattet?

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Informationen zu Ärzten und Selbsthilfegruppen
Vor kurzem wurde bei mir kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata) diagnostiziert. Wo finde ich für diese Erkrankung spezialisierte Ärzte und andere Betroffene, die mir mit Informationen weiterhelfen können?

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Wiederwachstum, Kortison-Stoßtherapie, Viviscal, Neues Mittel?
Ich leide seit 12 Jahren an AA. Zunächst 4 Jahre universalis, dann wuchsen 1996 alle Haare kurzzeitig ohne Therapie wieder nach, 1998 hatte sich ein zufriedenstellendes Ergebnis eingestellt, im selben Jahr hatte ich jedoch einen Rückfall, seitdem immer wieder kahle Stellen. Mein Hautarzt sagte mir nun, ich solle es aufgeben und mich damit abfinden, die Haare würden nicht wieder nachwachsen. Ist die Aussage meines Arztes korrekt? Ich erwäge außerdem eine erneute Cortison-Stoßtherapie, die bei mir 1993 einen sofortigen Erfolg gebracht hat. Die Haare fielen allerdings nach Absetzen der Therapie wieder aus. Kann man diese Therapie unbegrenzt wiederholen bzw. wieder aufnehmen? Gibt es Erfahrungsberichte mit Viviscal? Außerdem habe ich neulich im Fernsehen einen Bericht über Herrn Dr. Professor Paus von der Uniklinik Hamburg gesehen, in dem es darum ging, dass es angeblich ein neues Mittel geben soll. Das Medikament befindet sich derzeit jedoch noch in der Erprobungsphase. Können Sie mir sagen, um welches Mittel es sich hierbei handelt?

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Kortison bei Alopecia areata
"Vor genau 9 Wochen haben wir bei unserem Sohn (18) am Hinterkopf eine kreisrunde Haarausfall-Stelle von 2,5 auf 3 cm entdeckt. Er hat eine langeVorgeschichte mit Neurodermitis und Lymphknoten-Hyperplasie über mind. 10 Jahre bestehend. Nach Aussage aller 3 Ärzte, auch der Assistenzärztin der Uni-Hautklinik Tübingen: Diagnose: AA, aber die Haare würden sicherlich von alleine wieder wachsen. Es wurden keinerlei Bluttests oder Haaranalysen gemacht. Die Ärztin der Uniklinik Tübingen hat uns ein Zwei-Phasen-Präparat verordnet. Abends sollen wir zuerst Betnesol-V-crinale 0,1% Lsg. (Wirkstoff: Betamethason-17-valerat) auftragen, anschließend sofort Dermoxin S. (Wirkstoff: 0,5 mg Clobetasol-17-propionat) auftragen. Zusätzlich habe ich noch Zink-Verla 10 Tbl. Gekauft. Was halten sie von dieser Cortison-""2-Phasen""-Therapie? "

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Vorgehen bei Therapie, DCP, Regaine, Akupunktur
Bei unserer Tochter (13) traten vor einem Jahr die ersten kreisrunden Haarausfallstellen auf, inzwischen (seit ca. 4 Monaten) ist es zum totalen Haarausfall gekommen. Alle Labor- und Untersuchungswerte sind völlig in Ordnung, einzig der IGE-Spiegel ist erhöht (bis vor ca. 5 Jahren litt sie an einer stark ausgeprägten Neurodermitis). Eine Threrapie mit Dithranolium in steigender Konzentration wurde erfolglos abgebrochen, da der erzielte Reizeffekt zu gering war. DCP ist laut Aussage des Hautarztes in Thüringen erst ab 16 Jahren zugelassen. Cortison lehnen wir wegen der zu erwartenden Nebenwirkungen und geringen langfristigen Erfolgschancen vorerst ab. Jetzt wird sie, da sich an einigen Stellen des Kopfes ganz helle Haare zeigen (Orginalhaarfarbe dunkelblond) mit Minoxidil 5% (Regaine) behandelt. Ist dies in dem Alter überhaupt vertretbar? Wir erwägen eine Akupunkturbehandlung (klassisch chinesich). Gibt es hier Erfahrungswerte?

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Behandlung der Alopecia areata mit Kortison
Was können Sie zu einer örtlichen und systemischen Kortisonbehandlung der Alopecia areata sagen?

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Alopecia areata und Aromatherapie
Kann die Alopecia areata durch Aromatherapie positiv beinflusst werden?

8
Aromatherapie bei Alopecia areata - Mischungsverhältnis?
"Ich habe gelesen, dass auch der Einsatz von ätherischen Ölen bei Alopecia areata helfen kann.... ""Dabei wird eine Mischung aus Thymian-, Zedernholz-, Lavendel- und Rosmarinöl mit Jojoba- und Traubenkernöl als Trägersubstanz versetzt"".. Haben Sie Angaben zu dem Mischungsverhältnis? "

9
Behandlung der Alopecia areata mit Regaine
Kann man die Alopecia areata mit Regaine behandeln?

10
Kopfhautmassagen
Können Kopfhautmassagen oder andere Maßnahmen zur Erhöhung der Durchblutung bei der Alopecia areata hilfreich sein?

Werden Perücken von der Krankenkasse erstattet?

Perücken werden von den Krankenkassen erstattet, bis zu welcher Höhe ist von Krankenkasse zu Krankenkasse unterschiedlich. Bitte erfragen Sie die Erstattungshöhe bei Ihrer Krankenkasse nach Vorlage eines Rezeptes oder einer ärztlichen Bescheinigung über die Notwendigkeit zum Tragen einer Perücke.

Dr. C. Kunte

Vor kurzem wurde bei mir kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata) diagnostiziert. Wo finde ich für diese Erkrankung spezialisierte Ärzte und andere Betroffene, die mir mit Informationen weiterhelfen können?

Zunächst sollte ein niedergelassener Hautarzt aufgesucht werden, der Ihnen mit Informationen zu Verlauf und Therapie der Alopecia areata weiterhelfen wird. Insofern es sich um eine ausgedehnte und schwer zu behandelnde Form der Erkrankung handelt, kann eine Überweisung in die Sprechstunde einer Klinik sinnvoll sein. Viele Hautkliniken, insbesondere Universitätskliniken, haben eine spezielle Haarsprechstunde eingerichtet. Die Kliniken, die hierzu auf Ihrer Internetseite Auskunft geben, haben wir in unserer Rubrik ""Arztbesuch"" zusammengestellt.

Besonders hilfreich kann auch der Austausch mit anderen Bertoffenen sein. Die Selbsthilfegruppe Alopecia Areata Deutschland e.V. ist in vielen einzelnen Ortsgruppen tätig, wo auch Informationen über Ärzte ausgetauscht werden können, die sich in der entsprechenden Region besonders mit dem Thema Haarausfall befassen. Bei der Bundesgeschäftsstelle (Alopecia Areata Deutschland e.V., Postfach 100 145, D-47701 Krefeld) erhalten Sie das umfangreiche Infomaterial des Vereins. Die Website des AAD e.V. erreichen Sie unter www.kreisrunderhaarausfall.de. Die Website der AAD Ortgruppe Hamburg erreichen Sie unter http://inafalke.bei.t-online.de.

Dr. J. Meyer

Ich leide seit 12 Jahren an AA. Zunächst 4 Jahre universalis, dann wuchsen 1996 alle Haare kurzzeitig ohne Therapie wieder nach, 1998 hatte sich ein zufriedenstellendes Ergebnis eingestellt, im selben Jahr hatte ich jedoch einen Rückfall, seitdem immer wieder kahle Stellen. Mein Hautarzt sagte mir nun, ich solle es aufgeben und mich damit abfinden, die Haare würden nicht wieder nachwachsen. Ist die Aussage meines Arztes korrekt? Ich erwäge außerdem eine erneute Cortison-Stoßtherapie, die bei mir 1993 einen sofortigen Erfolg gebracht hat. Die Haare fielen allerdings nach Absetzen der Therapie wieder aus. Kann man diese Therapie unbegrenzt wiederholen bzw. wieder aufnehmen? Gibt es Erfahrungsberichte mit Viviscal? Außerdem habe ich neulich im Fernsehen einen Bericht über Herrn Dr. Professor Paus von der Uniklinik Hamburg gesehen, in dem es darum ging, dass es angeblich ein neues Mittel geben soll. Das Medikament befindet sich derzeit jedoch noch in der Erprobungsphase. Können Sie mir sagen, um welches Mittel es sich hierbei handelt?

Die sich bei der Alopecia areata abspielende Entzündung an der Haarwurzel führt nicht zu einer Narbe, sondern zu einer Art Wachstumslähmung. Somit ist prinzipiell auch nach vielen Jahren Haarwuchs möglich.

Zu ViviScal (Nahrungsergänzungsmittel aus Meeresextrakten und Kieselerde) wurde 1992 eine Publikation veröffentlicht, seither keine mehr. Die Autoren haben bei 20 Patienten mit androgenetischer Alopezie (nicht Alopecia areata) Patienten mit ViviScal und 20 mit Fisch-Extrakten über 6 Monate behandelt. Durch Haarzählung und histologische Untersuchungen wurde eine deutliche Besserung des Haarstatus in der ViviScal-Gruppe gesehen, wohingegen nur eine geringe Besserung in der Patientengruppe zu sehen war, die lediglich Fisch-Extrakte erhielten. Eine Beurteilung von ViviScal lässt sich nur schwer vornehmen, da in dieser Untersuchung nur wenige Patienten behandelt wurde und die Therapiedauer mit 6 Monaten nur kurz war. Ungewöhnlich ist auch, dass keinerlei Folgeuntersuchungen mehr publiziert wurden. Möglicherweise haben sich die anfänglich guten Ergebnisse nicht bestätigen lassen. Untersuchung zu Alopecia areata sind nicht veröffentlicht.

Innerliche Kortisontherapie bei Alopecia areata ist prinzipiell auch mehrfach möglich. Typisch und sehr häufig ist jedoch das von Ihnen beschriebene Phänomen, dass die Haare nach Absetzen des Kortisons wieder ausfallen. Insgesamt ist diese Therapie daher nur für wenige Patienten geeignet. Welches Therapeutikum Professor Paus gemeint haben könnte kann ich Ihnen leider nicht sagen.

Dr. C. Kunte

"Vor genau 9 Wochen haben wir bei unserem Sohn (18) am Hinterkopf eine kreisrunde Haarausfall-Stelle von 2,5 auf 3 cm entdeckt. Er hat eine langeVorgeschichte mit Neurodermitis und Lymphknoten-Hyperplasie über mind. 10 Jahre bestehend. Nach Aussage aller 3 Ärzte, auch der Assistenzärztin der Uni-Hautklinik Tübingen: Diagnose: AA, aber die Haare würden sicherlich von alleine wieder wachsen. Es wurden keinerlei Bluttests oder Haaranalysen gemacht. Die Ärztin der Uniklinik Tübingen hat uns ein Zwei-Phasen-Präparat verordnet. Abends sollen wir zuerst Betnesol-V-crinale 0,1% Lsg. (Wirkstoff: Betamethason-17-valerat) auftragen, anschließend sofort Dermoxin S. (Wirkstoff: 0,5 mg Clobetasol-17-propionat) auftragen. Zusätzlich habe ich noch Zink-Verla 10 Tbl. Gekauft. Was halten sie von dieser Cortison-""2-Phasen""-Therapie? "

Beim kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata) handelt es sich um eine gar nicht seltene Haarerkrankung. Im Extremfall können sämtliche Körperhaare ausfallen. Verantwortlich für den Ausfall der Haare sind körpereigene weiße Blutkörper, die sich an die Haarwurzel anlagern und das Haarwachstum lähmen. Die Haare fallen aus und wachsen nicht mehr nach. Was dazu führt, dass die weißen Blutkörper sich um die Haarwurzel scharen ist unbekannt. Der Verlauf der Alopecia areata (AA) ist extrem variabel mit großen intra- und interindividuellen Unterschieden. Der Verlauf (Ausmaß der Ausdehnung, Zusammenfließen von Einzelherden, Spontanheilung, Zeit und Ausprägung eines Rezidivs) ist für einen einzelnen Patienten ist daher nicht vorhersehbar.

Bei klinisch eindeutigem Bild einer Alopecia areata und fehlendem Anhalt für Begleiterkrankungen sind Laboruntersuchungen oder Haarwurzelanalysen nicht erforderlich. Da sich die AA insbesondere bei kurzer Bestanddauer und geringer Ausdehnung häufig (bis 80 % im ersten Jahr der Erkrankung) spontan zurückbildet sollte eine Behandlung unter sorgfältiger Berücksichtigung von Nutzen und Risiko erfolgen. Bei geringer Ausprägung und kurzer Bestanddauer können systemisch Zink und lokal Kortison gegeben werden. Welches Kortisonpräparat gegeben wird ist sehr individuell von persönlichen Erfahrungswerten geprägt. Die Präparate sollten ausreichend potent sein, was bei Ihnen der Fall ist. Hierbei ist bei richtiger Anwendung nur begrenzt mit Nebenwirkungen zu rechnen. Wichtig ist eine ärztliche Kontrolle der Therapie. Stellt sich unter dieser Therapie nach 3-6 Monaten keine Besserung ein oder verschlechtert sich der Haarstatus sollte auf eine andere Behandlung umgestellt werden. Das effektivste Therapieverfahren ist die topische Immuntherapie mit Diphenylcyclopropenon, welche insbesondere bei größerer Ausdehnung der AA (ab 20-30%) eingesetzt wird. Eine systemisch Kortisonbehandlung als Puls- oder Langzeittherapie führt zwar relativ häufig zu Haarwachstum, die Haare fallen aber nach Absetzen der Behandlung meist wieder aus. Nebenwirkungen einer entsprechenden Behandlung, wie Gewichtszunahme oder Blutdruckanstieg und andere, sind möglich.

Dr. C. Kunte

Bei unserer Tochter (13) traten vor einem Jahr die ersten kreisrunden Haarausfallstellen auf, inzwischen (seit ca. 4 Monaten) ist es zum totalen Haarausfall gekommen. Alle Labor- und Untersuchungswerte sind völlig in Ordnung, einzig der IGE-Spiegel ist erhöht (bis vor ca. 5 Jahren litt sie an einer stark ausgeprägten Neurodermitis). Eine Threrapie mit Dithranolium in steigender Konzentration wurde erfolglos abgebrochen, da der erzielte Reizeffekt zu gering war. DCP ist laut Aussage des Hautarztes in Thüringen erst ab 16 Jahren zugelassen. Cortison lehnen wir wegen der zu erwartenden Nebenwirkungen und geringen langfristigen Erfolgschancen vorerst ab. Jetzt wird sie, da sich an einigen Stellen des Kopfes ganz helle Haare zeigen (Orginalhaarfarbe dunkelblond) mit Minoxidil 5% (Regaine) behandelt. Ist dies in dem Alter überhaupt vertretbar? Wir erwägen eine Akupunkturbehandlung (klassisch chinesich). Gibt es hier Erfahrungswerte?

Beim kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata) handelt es sich um eine gar nicht seltene Haarerkrankung, bei der es zu kreisrunden kahlen Arealen an der Kopfhaut kommt. Im Extremfall können sämtliche Körperhaare ausfallen. Verantwortlich für den Ausfall der Haare sind körpereigene weiße Blutkörper, die sich an die Haarwurzel anlagern und das Haarwachstum lähmen, die Haare fallen aus und wachsen nicht mehr nach. Was dazu führt, dass die weißen Blutkörper sich um die Haarwurzel scharen ist unbekannt. Wie von Ihnen beschrieben wachsen bei einem Großteil der Patienten die Haare spontan oder durch entsprechende Behandlung nach. Nur wenige Patienten haben für Wochen, Monate oder gar Jahre mit der Alopecia areata zu kämpfen. Wichtig zu wissen ist, dass bei Patienten mit Alopecia areata erneuter Haarausfall nach stattgehabter Abheilung häufig ist (Typisch wellenförmiger Verlauf).

Zur Behandlung des kreisrunden Haarverlustes stehen eine Reihe von Präparaten zur Verfügung. Bei Patienten mit gering ausgeprägter Alopecia areata kann ein Behandlungsversuch mit Zink-Tabletten und Kortison Creme oder Lösung unternommen werden, da bei 60-80 % der Patienten eine Besserung oder eine Abheilung der kahlen Areale innerhalb weniger Monate zu erwarten ist Zu beiden Therapien existieren keine wirklich wissenschaftlich validen Studien die eine Wirksamkeit belegen, eher Berichte über positive Effekte. Die Einnahme von Zink und die Anwendung von Kortison-Lösung oder -Creme sind bei kurzfristiger Anwendung unter ärztlicher Kontrolle sehr nebenwirkungsarm. Deshalb verordnen wir häufig diese Kombinationstherapie bei kurzzeitig bestehender, nicht sehr ausgeprägter Alopecia areata. Sollte diese Therapie nicht zum gewünschten Effekt, dem Nachwachsen der Haare, führen, muss die Therapie umgestellt werden.

Bei stärker ausgeprägter Alopecia areata stehen andere Therapieverfahren zur Verfügung. Die topische Immuntherapie mit DCP ist die effektivste Behandlung schwerer Formen der Alopecia areata (Aa). Ein kosmetisch akzeptables Wiederwachstum von Haaren ist unserer Erfahrung nach bei etwa 30-40 % der Patienten möglich. Die Zeit bis ein positiver Therapieeffekt eintritt liegt bei unseren Patienten bei 16-43 Wochen. Entscheidend für einen Therapieerfolg ist die wöchentliche Auslösung einer deutlichen Ekzemreaktion an der Kopfhaut durch DCP. Bei einigen unserer Patienten ist während einer DCP-Behandlung ein Schub einer Aa eingetreten, die zugewonnenen Haare sind erneut ausgefallen. Unserer Erfahrung nach ist ein akuter Schub einer Aa durch eine DCP Therapie nicht zu beeinflussen. Gegebenenfalls kann die Behandlung dann zu einem späteren Zeitpunkt erneut versucht werden. Zahlreiche Studien belegen die Effektivität der DCP-Therapie. Führt eine mehrmonatige Therapie mit DCP nicht zum Erfolg, kann mit einer ähnlich wirkenden Substanz, der Quadratsäure, ein erneuter Behandlungsversuch unternommen werden. An einigen Zentren wird diese Behandlung auch schon für Kinder angeboten. Wir führen die Behandlung in der Regel erst ab dem 16. Lebensjahr durch. Wichtig zu wissen ist, dass DCP kein zugelassenes Medikament ist, die Behandlung also nur als individueller Heilversuch nach besonderer Aufklärung erfolgen kann.

Regaine, äußerliches Minoxidil, zur Behandlung der Alopecia areata hat in einigen kleineren Studien zum Teil gute Effekte gezeigt, insgesamt ist jedoch eine abschließende Beurteilung dieser Therapie nicht möglich. Bei einigen unserer Patienten hat sich der Haarstatus unter Regaine Behandlung gebessert. Ob dies nun ein spezifischer Therapieeffekt war oder nicht, lässt sich nicht abschließend klären. Auf jeden Fall sollte die Behandlung nur unter hautärztlicher Kontrolle erfolgen.

Bei innerlicher Behandlung mit Kortison oder Immunsuppressiva müssen sorgfältig der Nutzen der Behandlung und deren Risiken bedacht werden. Insbesondere nach Absetzen einer innerlichen Kortison-Therapie fallen die Haare meist wieder aus.

Eine kleine von uns durchgeführte Studie mit dem Immunmodulator Tacrolimus (Protopic), äußerlich angewandt, konnte bei Patienten mit ausgedehnter Alopecia areata keine Besserung des Haarstatus erbringen.

Valide Studien mit naturheilkundlichen Therapien, Akupunktur oder Immunmodulatoren die eine Besserung versprechen liegen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vor. Der Ansatz der Immunmodulation scheint zumindest der Richtige zu sein, denn der Immunmodulator DCP ist das derzeit effektivste Therapeutikum.

Dr. C. Kunte

Was können Sie zu einer örtlichen und systemischen Kortisonbehandlung der Alopecia areata sagen?

Bei kleiner Ausprägung und kurzer Bestanddauer der Alopecia areata können systemisch Zink und lokal Kortison gegeben werden. Hierbei ist bei richtiger Anwendung nur begrenzt mit Nebenwirkungen zu rechnen. Stellt sich unter dieser Therapie nach 3-6 Monaten keine Besserung ein oder verschlechtert sich der Haarstatus, sollte auf eine andere Behandlung umgestellt werden. Das effektivste Therapieverfahren ist die topische Immuntherapie mit Diphenylcyclopropenon, welche insbesondere bei größerer Ausdehnung der AA (ab 20-30%) eingesetzt wird.

Eine systemische Kortisonbehandlung als Puls- oder Langzeittherapie führt zwar relativ häufig zu Haarwachstum, die Haare fallen aber nach Absetzen der Behandlung meist wieder aus. Nebenwirkungen einer entsprechenden Behandlung (wie Gewichtszunahme oder Blutdruckanstieg und andere) sind möglich. Die Kortison-Behandlung kann mit Ihrem Hautarzt besprochen und von diesem gegebenenfalls durchgeführt werden. Die Kosten trägt die GKV.

Einflüsse der Kortisonbehandlung auf die Spontanheilung oder die Rückfallwahrscheinlichkeit der Alopecia areata sind nicht bekannt.

Dr. C. Kunte

Kann die Alopecia areata durch Aromatherapie positiv beinflusst werden?

Wir haben an unserer Klinik keine eigenen Erfahrungen mit der Aromatherapie bei Alopecia areata. Zu diesem Thema wurde in der medizinischen Literatur nur eine Studie veröffentlicht. Im Rahmen dieser Studie wurden 43 Patienten (nur 68 % haben die Studie beendet) mit Alopecia areata mit bestimmten Ölen (Thymian, Rosmarin, Lavendel und Zedernholz) in einer Mixtur aus Trägerölen (Jojoba und Weinbeerensamen) täglich an der Kopfhaut behandelt (Verumgruppe). Fast ebenso viele Patienten (41 - davon haben immerhin 81 % die Studie beendet) mit Alopecia areata wurden nur mit den Trägerölen behandelt (Plazebogruppe). Der Erfolg wurde mit Hilfe von Fotografien beurteilt.

In der Verumgruppe wiesen 44 % der Patienten eine Besserung auf, hingegen in der Plazebogruppe nur 15 %. Eine genaue Differenzierung, was unter dieser Besserung zu verstehen ist, ist nicht erläutert.

Der Behandlungszeitraum betrug lediglich 7 Monate. Insgesamt gehört die Aromatherapie sicherlich nicht zu den gängigen Behandlungsverfahren bei Alopecia areata.

Dr. C. Kunte

"Ich habe gelesen, dass auch der Einsatz von ätherischen Ölen bei Alopecia areata helfen kann.... ""Dabei wird eine Mischung aus Thymian-, Zedernholz-, Lavendel- und Rosmarinöl mit Jojoba- und Traubenkernöl als Trägersubstanz versetzt"".. Haben Sie Angaben zu dem Mischungsverhältnis? "

Wir haben an unserer Klinik keine eigenen Erfahrungen mit der Aromatherapie bei Alopecia areata. Zu diesem Thema wurde in der medizinischen Literatur nur eine Studie veröffentlicht. Im Rahmen dieser Studie wurden 43 Patienten (nur 68 % haben die Studie beendet) mit Alopecia areata mit bestimmten Ölen täglich an der Kopfhaut behandelt (Verumgruppe).: Thymian (2 Tropfen, 88 mg), Rosmarin (3 Tropfen, 114 mg), Lavendel (3 Tropfen, 108 mg), Zedernholz (2 Tropfen, 94 mg) in einer Mixtur aus Trägerölen (Jojobaöl 3 ml und Weinbeerensamenöl 20 ml). Fast ebenso viele Patienten (41 - davon haben immerhin 81 % die Studie beendet) mit Alopecia areata wurden nur mit den Trägerölen behandelt (Plazebogruppe). Der Erfolg wurde mit Hilfe von Photografien beurteilt. In der Verumgruppe wiesen 44 % der Patienten eine Besserung auf, hingegen in der Plazebogruppe nur 15 %. Eine genaue Differenzierung, was unter dieser Besserung zu verstehen ist, ist nicht erläutert. Der Behandlungszeitraum betrug lediglich 7 Monate. Insgesamt gehört die Aromatherapie sicherlich nicht zu den gängigen Behandlungsverfahren bei Alopecia areata.

Dr. C. Kunte

Kann man die Alopecia areata mit Regaine behandeln?

Minoxidil-Lösung (Regaine) zur Behandlung der Alopecia areata hat in einigen kleineren Studien zum Teil gute Effekte gezeigt, insgesamt ist jedoch eine abschließende Beurteilung dieser Therapie nicht möglich. Auf jeden Fall sollte die Behandlung nur unter hautärztlicher Kontrolle erfolgen.

Dr. C. Kunte

Können Kopfhautmassagen oder andere Maßnahmen zur Erhöhung der Durchblutung bei der Alopecia areata hilfreich sein?

Eine Stimulation der Kopfhautdurchblutung zur Therapie der Alopecia areata ist nicht schädlich, wird aber den gewünschten Effekt - das Haarwachstum - nicht bringen.

Dr. C. Kunte

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