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Behandlung unerwünschter Gesichtsbehaarung bei Frauen

Es gibt eine Reihe verschiedener Möglichkeiten für Frauen, unerwünschte Gesichtsbehaarung zu entfernen. Mechanische Therapieverfahren mit Rasur, Pinzette oder Wachs führen nur zu jeweils kurzfristiger Enthaarung, die Haare wachsen nach Rasur schnell, nach Entfernung mit Wachs in einigen Tagen wieder nach. Chemische Haarentfernung mit Thioglykolaten (z.B. Veet) löst die Haare tief im Haarfollikel auf und führt zu mehrtätiger, fast vollständiger Haarlosigkeit. Die Haare wachsen in der Folgezeit langsam wieder nach, meist jedoch nicht so stoppelig wie nach einer Rasur. Eine Bleichung der Haare kann insbesondere bei Dunkelhaarigen zu einer Verbesserung des kosmetischen Erscheinungsbildes führen. Elektrische Verfahren wie Elektrolyse und Thermolyse können eine dauerhafte Enthaarung bewirken, diese Verfahren sind jedoch sehr zeitaufwendig, evtl. schmerzhaft und eignen sich nur für kleine Flächen. Innerliche Therapien mit Hormonen führen nur zu vorübergehender Besserung der Behaarung, solange die Behandlung erfolgt.

Laser und Blitzlampen werden bereits seit Jahren zur Behandlung von verstärkter Behaarung eingesetzt. Die Studienlage zur Beurteilung der Effektivität und Nachhaltigkeit der Enthaarung ist dürftig. Bei geeigneten Stellen, dunklen Haaren in Kombination mit heller Haut und nicht zu großen Flächen lassen sich zum Teil recht zufriedenstellende Ergebnisse erzielen. Wichtig zu wissen ist, dass mehrere Behandlungen erforderlich sind um gute Effekte zu erzielen. Wie lange die Haare wegbleiben, ist jedoch schwierig vorherzusagen. Zum Teil können die Haare dauerhaft entfernt werden, zum Teil wachsen sie wieder nach. Auf jeden Fall sollte man sich in die Hände eines erfahrenen Laserspezialisten begeben, um sich beraten zu lassen. Lesen Sie zum Thema Laser auch unseren Informationstext zur Laserbehandlung unerwünschter Körperbehaarung.

Ein relativ neues Verfahren zur Behandlung verstärkter Behaarung an Oberlippe, Wangen und Kinn ist die Creme mit dem Wirkstoff Eflornithin (Handelspräparat z.B. Vaniqa). Der Wirkstoff Eflornithin hemmt das Enzym Ornithindekarboxylase, das die Reaktion von Ornithin zu Putrescin katalysiert (Abbildung 1). Polyamine wie Putrescin wiederum sind Bestandteile aller lebenden Zellen und spielen eine wichtige Rolle bei der Regulation des Zellwachstums, so auch im Haarfollikel. In zwei großen randomisierten und plazebokontrollierten Studien an insgesamt 596 Frauen mit verstärktem Haarwachstum (Hypertrichose) im Gesicht konnte gezeigt werden, dass zweimal täglich äußerlich aufgetragene Eflornithin-Creme in der Lage ist, das Haarwachstum zu hemmen (Schrode K et al. (2000), Randomized, double-blind, vehicle-controlled safety and efficiacy evaluation of eflornithine 15% cream in the treatment of women with excessive facial hair. Poster presented at the 58th annual meeting of the American Academy of Dermatology). Vereinfacht kann man aufgrund der Studienergebnisse sagen, dass ein Drittel der Frauen sehr gut, ein weiteres Drittel mittelstark und ein Drittel nicht auf die Creme ansprechen. In welche Gruppe die jeweilige Anwenderin gehört, kann in der Regel bereits nach 8 Wochen Anwendung entschieden werden.

Abbildung 1: Wirkmechanismus von Eflornithin-Creme zur Verminderung der Gesichtsbehaarung

Nach Absetzen der Behandlung geht der Theapieeffekt innerhalb von ca. 8 Wochen wieder zurück. Die Behandlung muss daher kontinuierlich durchgeführt werden, solange ein Effekt erzielt werden soll. Wenn die Anwendung nur gelegentlich mal vergessen wird, sollte jedoch kein nachteiliger Effekt zu befürchten sein. Trotzdem ist die regelmäßige, vorgeschriebene Anwendung wichtig, um einen optimalen Therapieeffekt zu erzielen. Eflornithin Creme kann auch während einer Laserbehandlung weiter angewandt werden. Die beiden Verfahren eignen sich sehr gut in Ergänzung, um kurzfristig möglich optimale Therapieeffekte zu erzielen. Die Haarfarbe spielt keine Rolle bei der Wirksamkeit. Eflornithin Creme wirkt bei weißen, braunen und schwarzen Haaren. Die Hauptbehandlungsstellen sind das Gesicht und der Hals. An anderen Körperstellen wirkt sie wahrscheinlich auch, eine Anwendung auf größeren Flächen wie z.B. an den Beinen wäre aber viel zu teuer. Als Nebenwirkungen wurde von nur etwa 5% der Frauen über Brennen, Stechen und Kribbeln der Haut sowie vereinzelt über akneartigen Hautausschlag berichtet.

Weitere Informationen zur Behandlung unerwünschter Gesichtsbehaarung bei Frauen finden Sie unter www.Gesichthaar.info.

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