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Gewöhnliche Schuppenbildung der Kopfhaut

Die bei vielen Personen mittleren Alters auftretenden gewöhnlichen Kopfschuppen (Pityriasis simplex capitis) sind nicht als Hautkrankheit im eigentlichen Sinne aufzufassen. Allerdings sind eine sehr große Anzahl von Menschen von diesem Kopfhautproblem betroffen.

Kopfschuppen entstehen in diesem Fall durch eine Überproduktion von Hornzellen. Diese Überproduktion wird ausgelöst durch winzige, nur mit dem Mikroskop sichtbare Entzündungsherde der Kopfhaut, die in der Kopfhaut nicht fest lokalisiert sind und häufig ihren Ort wechseln. Ihre Ursache ist z.B. eine vermehrte Keimbesiedelung mit Pilzen oder Bakterien. Diese kann durch vermehrten Talgfluss (Seborrhoe) gefördert werden. Durch die Entzündung reifen die Hornzellen nur unvollständig aus, so dass sie verfrüht in großen Zellverbänden - als Schuppen - abschilfern. Durch den Verlust an Hautzellen wird die äußerste Hautschicht dünner. Starke Schuppenbildung führt deswegen auch zu einer erhöhten Empfindlichkeit der Kopfhaut. Quälender Juckreiz und Rötung sind häufig die Folge.

Die Pityriasis simplex capitis kann mit einer gesteigerten Talgproduktion (Seborrhoe) und auch mit einem anlagebedingten Haarausfall (Alopecia androgenetica) zusammen auftreten, sie ist jedoch nicht die Ursache dieser Veränderungen. Die Schuppenbildung zeigt typischerweise jahreszeitliche Schwankungen. So kommt es im Sommer durch Lichteinfluss zu einer spontanen Besserung, während sich der Befund in der lichtarmen Jahreszeit wieder verschlechtert.

Bei der Behandlung bemüht man sich nicht nur die Schuppen abzulösen, sondern auch die Überproduktion von Hornzellen zu vermindern. Zur Anwendung kommen Schuppenshampoos, salicylsäurehaltige Therapeutika, Antimykotika, Teerhaltige Externa und Selendisulfid. Bei Anwendung der Präparate ist eine Schuppenbeseitigung erreichbar. Nach Beendigung der Behandlung kommt es jedoch in vielen Fällen nach einiger Zeit zu erneutem Auftreten der Kopfschuppen, so dass die Maßnahmen erneut wieder begonnen werden müssen, d.h. es muss eine Art Erhaltungs- bzw. Dauertherapie durchgeführt werden. Hier sollte der Betroffene die für sich geringste, aber immer noch ausreichend wirksame Anwendungshäufigkeit selbst herausfinden.

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