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Anwendung von Kortison bei Kopfhauterkrankungen

Äußerlich anzuwendende Kortisonpräparate werden vor allem wegen ihrer entzündungshemmenden Wirkung bei vielen Hauterkrankungen wie z. B. der Neurodermitis (Atopisches Ekzem) und dem allergischen Kontaktekzem eingesetzt. Aber auch bei der Schuppenflechte (Psoriasis) finden Kortisonzubereitungen unter anderem wegen ihrer hemmenden Einflüsse auf das Wachstum der Hautzellen vielfach Verwendung. Kortisonhaltige Präparate stehen zur äußerlichen Anwendung in vier Wirkstärken zur Verfügung: Schwach wirksame Kortisonzubereitungen werden der Klasse 1 zugeordnet, die Klasse 2 umfasst mittelstarke Kortisone, gefolgt von den starken Präparaten der Klasse 3 und den sehr starken Kortisonen der Klasse 4. Um welche Wirkstärke es sich bei einem verordneten Präparat handelt, sollten Sie im Zweifelsfall bei Ihrem Arzt erfragen, da dies oft nicht aus der Produktverpackung oder -beschreibung hervorgeht.

Aufgrund der Wirkung auf das Wachstum der Hautzellen können im Rahmen einer äußerlichen Kortisontherapie Nebenwirkungen wie eine Verdünnung der behandelten Hautschichten ("Pergamenthaut", "Zigarettenpapierhaut", "Kortisonhaut") oder Erweiterungen von Blutgefäßen auftreten. Bei korrekter Anwendung nach den Vorgaben des Arztes können solche Nebenwirkungen jedoch in den meisten Fällen vermieden werden. Hierbei gibt es insbesondere folgende Punkte zu beachten:

Die äußerliche Kortisontherapie ist stets nur eine zeitlich begrenzte Maßnahme. Der Hautarzt kann das Nebenwirkungsrisiko gering halten, indem er Kortison nur in Intervallen einsetzt. Darüber hinaus kann durch einen Wechsel auf die nächstschwächere Gruppe die Behandlung "ausschleichend" beendet werden. Ein zu plötzliches Absetzen der Kortisonbehandlung ist zu vermeiden, da es sonst zu einem Wiederaufflammen der Hautveränderungen kommen kann, dem sogenannten "Rebound-Effekt".

Nicht alle Regionen unserer Haut sind dem Kortison gegenüber gleichermaßen empfindlich. Ein weiterer, sehr wichtiger Punkt bei der korrekten Kortisontherapie ist daher die Wahl der Wirkstärke je nach Lokalisation der zu behandelnden Stelle des Körpers. Eine der empfindlichsten Regionen der menschlichen Haut ist das Gesicht. Hier sollte Kortison nur sehr zurückhaltend zum Einsatz kommen. Wer also aufgrund einer Hautveränderung am Bauch eine Kortisonsalbe verschrieben bekommen hat und nun auch die neu hinzugetretenen Stellen im Gesicht mitbehandeln möchte, sollte nicht bedenkenlos zur Tube im Schrank greifen!

Die Haut des behaarten Kopfes hingegen ist relativ kortisonunempfindlich, so dass im Allgemeinen bei kurz- bis mittelfristiger (3-6 Monate), korrekter Anwendung von lokal wirksamen kortisonhaltigen Präparaten an der Kopfhaut nicht mit Nebenwirkungen wie Verdünnung der behandelten Hautschichten oder Gefäßerweiterungen zu rechnen ist. Grundsätzlich sollte jedoch eine Kortisonanwendung, insbesondere über längere Zeit, nur unter engmaschiger ärztlicher Kontrolle erfolgen. Wichtig ist auch die Wahl der richtigen Grundlage, insbesondere bei der Behandlung am Kopf. Um eine einigermaßer gleichmäßige Verteilung des Präparates zu gewährleisten und auch die Optik nicht zu beeinträchtigen, werden häufig eine Lösung oder speziell für die Kopfhaut geeignete Emulsionen (Handelspräparat z.B. Monovo) als "Träger" für das Kortison als eigentlichen Wirkstoff gewählt. Diese verteilen sich relativ gut auf der Kopfhaut und hinterlassen keinen Fettfilm. Bei sehr stark ausgeprägten, chronischen Hautveränderungen mit starker Schuppung wird der Arzt jedoch auch auf die Anwendung von fettigen Salben oder Ölen zurückgreifen, die abends oder vor dem Schlafengehen aufgetragen und am nächsten Morgen wieder abgewaschen werden. Oft wird auch das nächtliche Tragen einer Plastik-Duschhaube verordnet, um eine Verstärkung der Kortisonwirkung zu erreichen.

Je nach Art der Beschwerden kann Kortison in der Behandlung von Erkrankungen der Kopfhaut mit Wirkstoffen aus anderen Substanzklassen wie z.B. mit Salicylsäure zur Ablösung von Schuppen oder mit haarwuchsfördernden Substanzen (17-alpha-Estradiole) kombiniert werden.

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