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Die verschiedenen Formen des Haarausfalls

Im Folgenden haben wir für Sie eine kurze Übersicht über die verschiedenen Formen von Haarausfall zusammengestellt.

Der anlagebedingte Haarausfall, auch androgenetische Alopezie (AGA) oder Alopecia androgenetica genannt, führt bei etwa 80% der Männer zu "Geheimratsecken", zu einer "Tonsur" oder im ausgeprägten Falle zu einer "Glatze". Bei Frauen kommt es in den meisten Fällen zu einer Ausdünnung des Haarbestandes im Mittelscheitelbereich bei normaler Haardichte im Schläfen- und Hinterkopfbereich. Etwa 20% der betroffenen Männer haben ebenfalls ein "weibliches" Mittelscheitel-Lichtungsmuster. In seltenen Fällen kann auch bei Frauen das „männliche Muster“ auftreten. Bei Männern beginnt die AGA oft schon in den Mittzwanzigern, wohingegen bei Frauen oft erst im 5. Lebensjahrzehnt Veränderungen auftreten und insgesamt nicht so ausgeprägt sind wie beim Mann.

Diffusem Haarausfall, also Haarverlust am gesamten Kopfbereich ohne erkennbares Ausfallmuster, liegt in den meisten Fällen eine spezifische Ursache zugrunde, die jedoch gelegentlich schwer zu identifizieren ist. In Frage kommen z.B. das An- oder Absetzen von Antibabypillen, die Hormonumstellungen nach der Geburt, Eisenmangel, Schilddrüsenfunktionsstörungen, die Einnahme von bestimmten Medikamenten, Crash-Diäten, Operationen in Vollnarkose, fieberhafte Erkrankungen oder Stressepisoden. Beseitigt man die auslösende Ursache, wachsen die verlorenen Haare im Allgemeinen wieder nach. Eine Sonderform des diffusen Haarausfalls ist der Haarverlust nach einer Chemotherapie.

Nicht wenige Menschen leiden unter diffusem saisonal verstärkten Haarausfall ("Fellwechsler"), der sich aber regelmäßig von selbst wieder reguliert. Allgemein bekannt ist verstärkter Haarausfall im Herbst und im Frühjahr. Eine Therapie ist nicht notwendig.

Viele Frauen leiden über Jahre an starkem diffusen Haarausfall mit Verlust von 150 bis 400 Haaren (normal etwa 100 Haare) täglich. Die Anzahl langer Haare („Volumen des Pferdeschwanzes“) nimmt dabei ab, nicht jedoch die Haarwurzeldichte. Diese Erscheinung heißt chronisch telogenes Effluvium (CTE, chronischer Haarausfall mit hohem Prozentsatz an Haaren in der Ausfallsphase). Das CTE ist ein bekanntes und harmloses Phänomen.

Der kreisrunde Haarausfall (Alopecia areata, AA) kann in jedem Lebensalter auftreten. Typischerweise liegen am behaarten Kopf eine oder mehrere kreisrunde kahle Stellen vor. Darüber hinaus gibt es weitere, ausgedehnte Formen. Jeder Haarfollikel des Körpers kann betroffen sein, auch Augenbrauen, Wimpern, Achsel- und Schamhaare. Von einer Alopecia areata totalis spricht man, wenn alle Haare auf dem Kopf ausfallen. Schwer betroffene Personen können alle Haare des Körpers verlieren (Alopecia areata universalis). Häufig bestehen zusätzlich Veränderungen der Fingernägel.

Verschiedene seltene Erkrankungen der Kopfhaut können zu einem narbigen Haarausfall führen, zu dessen genauerer Zuordnung dann eine Hautprobe erforderlich ist.

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