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Haarausfall mit Brennen oder Schmerzen der Kopfhaut (Trichodynie)

Missempfindungen an der Kopfhaut wie Kribbeln, Brennen und Schmerzen in Verbindung mit Haarausfall werden in der medizinischen Fachsprache als Trichodynie bezeichnet. Zahlreiche Erkrankungen der Kopfhaut können mit Symptomen wie Juckreiz, Schuppung, Rötung und auch Schmerzen einhergehen. Charakteristisch für die Trichodynie ist jedoch, dass hierbei keine Veränderungen der Kopfhaut zu finden sind. Im deutschsprachigen Schrifttum hat Prof. Dr. Trüeb aus Zürich in der Zeitschrift "Der Hautarzt" 1997 eine Abhandlung hierzu verfasst (R.M.Trüeb: "Trichodynie". Hautarzt 1997: 48; 877 - 880) und berichtet auch in seinen aktuellen Büchern über dieses Thema (siehe Rubrik Literatur "Hauptsache Haar - Das Haar im Spiegel von Medizin und Psychologie" und "Haare - Praxis der Trichologie"). Prof. Dr. Trüeb weist unter anderem darauf hin, dass zwischen der Schmerzempfindung und der Aktivität des Haarausfalls keine Parallelität zu finden ist, und zumeist auch kein zeitlicher Zusammenhang hinsichtlich des Beginns der Trichodynie und des Haarausfalls besteht.

Als Ursache für die Trichodynie werden Botenstoffe des Körpers wie die "Substanz P" gesehen. Warum es jedoch zu einer verstärkten Bildung dieses Botenstoffes kommt, ist ungeklärt. Als eine mögliche Ursache werden Entzündungen der Kopfhaut bei verschiedenen Haarerkrankungen gesehen. Trichodynie ist kein außergewöhnliches Phänomen. Einer vor mehreren Jahren publizierten Studie zufolge werden diese Missempfindungen immerhin bei bis zu 34 % der Patienten, die eine Haarsprechstunde aufsuchen, registriert. Aktuelle Untersuchungen von Ärzten einer türkischen Universitätsklinik bestätigen diese Zahlen (Kivanc-Altunay I. et al.:"The presence of trichodynia in patients with telogen effluvium and androgenetic alopecia". Int J Dermatol. 2003 Sep;42(9):691-3).

In einer weiteren Studie wurden 248 Personen (153 Frauen und 95 Männer) mit anlagebedingtem Haarausfall (androgenetische Alopezie, AGA) oder telogenem Effluvium (diffusem Haarausfall, TE) untersucht. Über das Phänomen der Trichodynie berichteten 29% der Patienten. Die Missemfindungen wurden von Personen sowohl mit anlagebedingtem als auch mit diffusem Haarausfall geschildert, bei letzterem jedoch etwas häufiger. Die Autoren des Forschungsberichtetes weisen darauf hin, dass es sich bei der AGA und dem TE zwar um unterschiedliche Erkrankungsbilder handelt, beiden gemeinsam sei jedoch eine mögliche Beeinflussung durch Stressfaktoren (was wissenschaftlich noch Gegenstand von Diskussionen ist). Darüber hinaus können wiederum beide Arten des Haarausfalls auch die Ursache von psychischen Problemen sein. Im Rahmen der Untersuchung fanden sich bei Patienten mit Trichodynie häufig psychische Begleiterscheinungen wie z.B. Depressionen oder Ängste.

Die Behandlung der Trichodynie richtet sich nach der zugrundeliegenden Haarerkrankung und der eventuell begleitenden psychischen Komponenten. Eine spezielle, nur auf die Missempfindungen ausgerichtete Therapie, existiert derzeit noch nicht.

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