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Expertenrat zum anlagebedingten Haarausfall der Frau

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Thema: Wie weit kann der androgene Haarausfall bei einer Frau gehen und wie kann er gestoppt werden?
2005-06-11
Autor:
seestern
Hallo Expertenrat,

meine Leidensgeschichte beginnt mit 16. Vor 20 Jahren stellte ich Haarausfall fest. Das äußerte sich durch entstehende Geheimratsecken und einen dünner werdenden Zopf. Mein Hausarzt verschrieb mir nach einem Hormontest die Diana, obwohl damals mein Hormonspiegel normal war.

Seit damals nehme ich nun verschiedene Hormonpräperate zum Dämpfen meines Haarausfall ein. Mittlerweile bin ich bei Valette, mit der ich generell zufrieden bin. Seit einigen Jahren stelle ich aber wieder verstärkt Haarausfall fest.

Letztes Jahr - nach einer Dauerwelle - war er besonders stark. Ich verlor über Monate durchschnittlich bis zu 100-120 Haare täglich. Ich weiß, das kann normal sein, aber ich sehe an meinen Geheimratsecken, dass sie beängstigende Formen bzw. Größen angenommen haben.

Ich verwende seit langem Pantostin, kann die Wirkung aber nicht beurteilen. Nebenbei mache ich seit einigen Wochen eine Behandlung mit einem UV-Licht-Kamm, die glaube ich sogar etwas anschlägt. Vor 1/2 Jahr wurde ein Hormontest gemacht mit dem Ergebnis, dass aufgrund der Einnahme der Pille über Jahre, der Östrogengehalt sehr hoch ist.

Meine Fragen: ich lese immer von verschiedenen Pillen. Ist die Valette die richtige für mich? Wenn ich kein Problem mit meinem Hormonhaushalt habe, kann ich die Pille absetzen und auf Haartinkturen vertrauen? Sollte ich Regaine statt Pantostin verwenden? Wie weit kann dieser Haarausfall gehen - bis zur Glatze? (Vater, Opas: alle Glatze!)

Leider sitze ich oft Ärzten gegenüber, denen häufig der psychische Druck, den ich als Frau erleide, nicht bewußt ist :-( ... Ich bin auf Ihren Rat gespannt. Danke schon im Voraus :-)
Dr. Jens Meyer

Experte
Beiträge:57
2005-06-16
Sehr geehrte Fragestellerin,



Die Ihnen verschriebene Pille (Valette) enthält einen Wirkstoff, der die männlichen Geschlechtshormone (Androgene) daran hindert, sich an die Haarwurzeln anzulagern und diese zum Ausfallen zu bewegen. Eine Beurteilung, ob die Behandlung bei Ihnen zu einem Stopp des Haarausfalls führt, ist in der Regel erst nach 3-6 Monaten möglich. Welche Pille individuell am "besten" ist, kann nur der behandelnde Arzt entscheiden.



In der einzigen bislang durchgeführten Untersuchung bei der eine Pille mit antiandrogener Wirkung und Regaine verglichen wurden, schnitt Regaine deutlich besser ab (Vexiau et al., Br J Dermatol 2002, 146:992-9). Lediglich bei Frauen mit erhöhten männlichen Geschlechtshormonen war die Kombination von Pille und Regaine effektiver als eine Monotherapie.


Die androgenetische Alopezie führt bei Frauen zumeist zu einer Ausdünnung im Oberkopfbereich (Muster nach Ludwig). Auch das männliche Muster mit Geheimratsecken ist möglich. Jedoch verläuft der Haarverlust dann im Allgemeinen weniger ausgeprägt als Männern. Die bei Männern öfters zu beobachtende "Vollglatze" gibt es bei Frauen nur in sehr seltenen Fällen. Das Ziel einer Behandlung der AGA ist die Stabilisierung des Erscheinungsbildes, also ein Stopp des Fortschreitens der Haarlichtung.



Ihr Dr. J. Meyer

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