Haarerkrankungen.de

sie sind hier: startseite / expertenrat

Expertenrat zum anlagebedingten Haarausfall der Frau

Zurück zum Forum
Thema: Starker Haarausfall/AGA trotz Regaine5%, Diane35 und Androcur10
2005-09-12
Autor:
Hase
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Wolff,
ich (31) leide seit 11 Jahren an nachgewiesener AGA. Über die Jahre habe ich die Palette der erhältlichen Mittel angewendet, mit meist kurz andauerndem Erfolg. Außer einer starken Pubertätsakne und nochmal mit 22 J. hatte ich keine Hormonprobleme. Es gibt keine familäre Vorbelastung an Haarausfall. Seit 02 war der Haarausfall stabil/Haarstatus normal unter Neo-Eunomin und Regaine5%. Anfang 04 stellte ich auf Regaine2% um (Neo-Eunomin lief weiter). Im Sommer 04 bekam ich starken Haarausfall mit 400 Haaren/Tag, ausgeprägte Geheimratsecken, lichterer Oberkopf. Das Trichogramm zeigte knapp 40% telogen. Allerdings hatte ich im Frühjahr/Sommer 04 eine psych. schwere Zeit durchlebt. Ab Sept. 04 nahm ich Regaine5%, Diane35 und Androcur10. Daraufhin stabilisierte sich nach anfänglichem Shedding der Haarausfall, die Haare wuchsen sichtbar stark nach. Im März 05 ließ ich ein Kontroll-Trichogramm machen. Ergebnis: über 40% telogen! Zu dieser Zeit fielen noch keine Haare aus. Das begann Anfang Juni. Nach Vorstellung bei Hautarzt und Gynäkologe setzte ich Androcur10 ab, da das Trichogramm ohnehin schlecht war und es mir nicht gut ging. Der Haarausfall hat sich seither verstärkt auf jetzt 400/Tag (Geheimratsecken, lichterer Oberkopf). Außerdem habe ich starke fettige Schuppen. Der Hautarzt schlägt Umstellung auf Dercap Aminexil SP94 vor, da trotz Regaine5% die Verschlimmerung eintrat. Kann es sein, dass Regaine5% tats. nicht mehr hilft? Ich befürchte, wenn ich Regaine absetze, künftig noch mehr Haarausfall. Andererseits möchte ich jede Chance nutzen. Sind die Mittel kombinierbar? Können die Schuppen Ursache sein? Ich habe Regaine5%, Diane35 und Androcur10 immer vorschriftsmäßig angewendet, dennoch jetzt die extreme Verschlimmerung. Haben Sie noch Tipps für mich? Danke!
Priv. Doz. Dr. Christian Kunte

Experte
Beiträge:318
2005-09-20
Sehr geehrte Fragestellerin,



Aminexil (Vichy Dercap) soll nach Herstellerangaben durch eine Hemmung der Lysylhydroxylase zu einer Reduktion der perifollikulären (um den Haarfollikel) Fibrose (Bindegewebige Umwandlung) führen, was den Haarausfall reduzieren soll. Zu diesem Präparat liegt eine Studie vor, bei der 40 Männer (nur 33 heben die Studie beendet, die Daten von nur 29 konnten ausgewertet werden) über 12 Wochen einmal täglich den Inhalt einer Ampulle Aminexil auf die Kopfhaut aufbringen sollten. Eine Besserung der Werte im Trichogramm sowie im Haarwaschtest konnten registriert werden.
Ein großes Manko der Studie ist die fehlende Kontrollgruppe. Die Studie konnte nicht zeigen, ob die androgenetische Alopezie klinisch gestoppt wurde, und bei wie vielen Behandelten eine Zunahme der Haardichte zu verzeichnen war.
Besonders bemerkenswert ist, dass im Gegensatz zu dieser Studie Aminexil im Handelspräparat Dercap laut Packungsbeilage nicht täglich sondern nur 3 Mal pro Woche, und nur für die Dauer von 2 Monaten, anstelle von 3 Monaten wie in der Studie, angewendet werden soll. Eine Übertragbarkeit der Studienergebnisse auf das Handelspräparat ist deshalb nicht möglich.
Die Wirksamkeit dieses Präparates ist anzuzweifeln.



Mir scheint, das in die Therapie Ihres androgenetischen Haarverlustes große Unruhe gekommen ist. Innerhalb kürzester Zeit sind zahlreiche Änderungen der Therapie vorgenommen worden, sei es das Umsetzen von Regaine, das Absetzen von Androcur etc. Bei jeder Änderung des Therapieschemas treten Veränderungen im Haarstatus auf. Jedes An- oder Absetzen einer Hormontherapie kann unter einer ansonsten wirkungsvollen Therapie verstärkten Haarverlust hervorrufen.
Wichtig wäre ein therapeutisches Konzept zu erstellen und dies für einen Zeitraum von zumindest 4-6 Monaten beizubehalten. Am besten wenden Sie sich an einen Haarexperten in Ihrer Nähe.



Ihr Dr. C. Kunte

BC Support-Forum
v2.1 © 2022

Die Inhalte von Haarerkrankungen.de können und sollen keinen Arztbesuch ersetzen und stellen keine Anleitung zur Selbstmedikation oder Selbstdiagnose dar. Die Informationen dieser Webseiten inklusive der Expertenräte sollen zur Erlangung zusätzlicher Informationen zu einer bereits gestellten Diagnose oder zur Vorbereitung eines Arztbesuches dienen. Empfehlungen hinsichtlich Diagnoseverfahren, Therapieformen, Medikamenten oder anderer Produkte werden nicht gegeben.
Bitte lesen Sie hierzu die Nutzungsbedingungen mit Haftungsausschluss. und beachten Sie unsere Datenschutzerklärung
© 2022 medical project design GmbH