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Expertenrat zum anlagebedingten Haarausfall der Frau

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Thema: Regaine Haarwasser
2005-07-28
Autor:
susi_z
Hallo,
hatte Anfang des Jahres plötzlich auftretenden, verstärkten Haarausfall. Mein Hautarzt hat mir, nachdem er meine Haarwurzeln untersucht hat und den Ausfall auf Hormonmangel zurückgeführt hat, Regaine für Frauen verschrieben. Ich musste das Mittel jedoch nach 3 Monaten wieder absetzen, da mir im ganzen Gesicht Haare gewachsen sind. Nach ca. 3 Wöchiger Anwendung hatte ich eine Phase, die ca. 4 Wochen angehalten hat, wo mir die Haare sehr stark ausgefallen sind, ca. 400 Haare am Tag. Seit dem leide ich unter Angstzuständen und Alpträumen. Ich habe das Mittel vor 16 Wochen abgesetzt und vor ca. 1 Woche festgestellt, dass mir die wohl zusätzlich an der Stirn gewachsenen, sowie mehrere kurze (4-5 cm. lange) Haare wieder ausfallen. Da in der Packungsbeilage steht, dass nach 3-4 Monaten nach Absetzen des Mittels der Ursprungszustand wieder eintritt und bis jetzt alle Nebenwirkungen bei mir eingetreten sind, die angegeben waren, habe ich nun Angst, dass alle nachgewachsenen Haare wieder ausfallen und sich zudem der starke Ausfall wieder einstellt. Ich habe auch das Gefühl, dass der Ausfall insgesamt langsam wieder mehr wird. Ist mit der Aussage, dass der Ursprungszustand wieder eintritt nur gemeint, dass nur die Haare, die zusätzlich im Gesicht und anderen vorher unbehaarten Stellen gewachsen sind, wieder ausfallen, oder auch dass der damals bestehende starke Ausfall wieder anfängt? Ich nehme seit ca. 5 Monaten die Pille Neo Eunomin, sowie Ell Cranell Alpha. Reicht diese Behandlung aus, um einen erneuten verstärkten Ausfall zu vermeiden? Wie lang kann es dauern, bis die zusätzlich gewachsenen Haare in Gesicht etc. wieder ausgefallen sind?
Vielen Dank im voraus
Priv. Doz. Dr. Christian Kunte

Experte
Beiträge:318
2005-08-01
Sehr geehrte Susi,



Unter äußerlicher Therapie mit Regaine Lösung kann gelegentlich nach etwa 5 wöchiger Behandlung zunächst verstärkter Haarausfall auftreten. Die Ursache hierfür ist noch nicht abschließend geklärt. Vermutet wird ein Ausschieben locker sitzender Haare im Telogenstadium (Ausfallsstadium) durch die im selben Haarfollikel verstärkt nachwachsenden Anagenhaare (Wachstumshaare).
Der Zeitraum bis zum Auftreten der „Shedding-Phase“ genauso wie dessen Dauer und Ausprägung sind natürlich von Patient zu Patient unterschiedlich. Beginn der „Shedding-Phase“ in der Regel zwischen der 2. und 6. Behandlungswoche, Dauer im Allgemeinen wenige Wochen, gelegentlich auch länger. Die meisten Patienten berichten lediglich über einen verstärkt bemerkten Haarausfall ohne dass sich das Haarkleid weiter lichtet. In Einzelfällen kann der Haarausfall jedoch auch so ausgeprägt sein, dass lichte Areale entstehen. Insgesamt wird das „Shedding“ als Zeichen guten Ansprechens auf die Therapie interpretiert. Die durch die Behandlung ausgeschobenen Harre werden verstärkt wieder nachwachsen.
Ebenso die bei Ihnen beobachtete verstärkte Gesichtbehaarung ist ein Zeichen für ein besonders gutes Ansprechen auf die Regaine Therapie.
In der Regel wachsen die durch die „Shedding-Phase“ verlorenen Haare wieder vollständig nach.
Dieses Phänomen ist wohl auch bei Ihnen aufgetreten und hat wohl Ihre Besorgnis ausgelöst.
Der nun 15 Wochen nach Absetzen der Regaine-Therapie einsetzende Haarverlust ist der normal wieder zu erwartende, und auch schon zuvor vorhandene Haarausfall. Zu erwarten ist, dass alle durch die Regaine-Therapie gewachsenen Haare am behaarten Kopf und im Gesicht ausfallen werden. Dies wird einige Wochen in Anspruch nehmen.



In der einzigen bislang durchgeführten Untersuchung bei der eine Pille mit antiandrogener Wirkung und Regaine verglichen wurden, schnitt Regaine deutlich besser ab. Bei den Frauen mit normalen Androgenspiegeln stieg die Haarzahl unter Regaine-Therapie und fiel unter Cyproteronacetat-Therapie.
Nur bei Frauen mit erhöhten männlichen Geschlechtshormonen war allerdings die Cyproteronacetat-Therapie wirksam. Von den Autoren wird postuliert, dass die Kombination von Cyproteronacetat und Regaine effektiver ist, als eine Monotherapie.



Für Ell cranell alpha, Wirkstoff 17alpha Estradiol, wurde an Rattenleberschnitten im Reagenzglas eine Hemmung der DHT-Bildung gemessen. Vermutet wird durch äußerliche Anwendung eine Hemmung der 5 alpha -Reduktasen im Haarfollikel. Ein Beweis hierfür liegt nicht vor. Durch die chemische „alpha“–Form wirkt es im Körper nicht wie ein Östrogen (weibliches Geschlechtshormon). Der vorliegenden klinischen Studie und unserer Erfahrungen nach ist Ell cranell (17 alpha Estradiol) in der Lage bei leichteren und beginnenden Formen des erblich-hormonell bedingten Haarausfalls das Fortschreiten des Haarverlustes zu verlangsamen. Diese Lösung muss einmal täglich auf das betroffene Areal aufgebracht werden. Mögliche Nebenwirkungen sind Irritationen der Kopfhaut.



Somit ist nicht zu erwarten, dass durch die Kombination von Neo Eunomin und Ell cranell alpha ein mit Regaine vergleichbarer Effekt erzielbar ist.



Ihr Dr. C. Kunte

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