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Thema: Pseudopelade Brocq - vernarbende Kopfhaut
2010-11-05
Autor:
Sabine
Sehr geehrter Herr Dr. Finner,

vor 11 Jahren wurde bei mir (48,w) durch Biopsie Pseudopelade Brocq diagnostiziert (Ausschlussdiagnose). Nägel, Schleimhäute und Blutbild unauffällig.
Die Entstehung der Stellen spüre ich durch leichtes Spannungsgefühl und leichten Juckreiz. Die Stellen sind am Oberkopf und an den Seiten. Da sich die einzelnen Stellen inzwischen teilweise verbinden, sind inzwischen mehrere große, unregelmäßige kahle Stellen entstanden (mehrere Zentimeter Durchmesser).
Die Beschreibung ist nicht einfach, da jede Stelle quasi ihre eigene 'Biografie' hat. Die Haut im aktiven Bereich ist an manchen Stellen gerötet, bekommt einen weißlichen, schuppigen Belag, manchmal spüre ich einen 'Knubbel' (hauptsächlich am Oberkopf), manche Stellen der Kopfhaut sind berührungsemfindlich, an den Seiten ist nur der Belag. Es kommt zur Bildung von Bündelhaaren, die dann mitsamt dem schuppigen Belag ausgehen (Haare kleben an dem Belag) .
2 weitere Biopsien in Hautkliniken brachten leider auch keinen anderen Befund.
Bisherige Behandlung: Kortison lokal, Dapson (Abbruch nach 3 Monaten wegen Nebenwirkungen)
Systemische Kortisonbehandlung wollte ich bisher nicht, da keine Schübe auftreten, der Verlauf ist nach meiner Beobachtung chronisch schleichend.

Gibt es aus Ihrer Sicht noch eine andere sinnvolle Behandlungsmöglichkeit? Gibt es noch eine Möglichkeit doch eine Grunderkrankung nachzuweisen?
Stimmt es, dass mit einem Befund der Hautbiopsie nur zu rechnen ist, wenn eine richtige Entzündung vorliegt?

Vorab vielen Dank für Ihre Antwort!
Dr. Andreas Finner

Experte
Beiträge:165
2010-11-06
Guten Tag,
ja es gibt noch Behandlungsmöglichkeiten, die vor allem dann auch regelmäßig langfristig durchgeführt werden müssen.
Dazu gehören äußerliches Kortison oder Tacrolimus, Unterspritzungen oder Tabletten wie z.B. Hydroxychloroquin, Doxycyclin, Mucophelolatmofetil oder als Versuch Pioglitazon.
Über den Einsatz dieser Mittel kann aber nur nach einer genauen persönlichen Untersuchung und ausführlichen Diskussion entschieden werden.
Eine Grunderkrankung als Ursache zu suchen wäre sinnlos, da die Pseudopelade Brocq (PPB) eine eigene Erkrankung unbekannter Ursache ist, die teils auch als wenig aktive Form einer Knötchenflechte angesehen wird und gleichartig behandelt wird.
Diese ist von einer Pseudopelade Degos als stellenweiser Endzustand einer Vernarbung abzugrenzen. Es klingt so, als wenn das eher vorliegt und mit PPB verwechselt wurde. Wenn noch stellenweise Aktivität besteht, ließe sich dann noch eine genauere Diagnose stellen. Dazu müsste eine Gewebeprobe aus einem aktiven Bereich entnommen werden.
Wenn Zweifel bestehen, müssten Sie sich nochmal in der Haarsprechstunde eines erfahrenen Haararztes vorstellen.
MFG,
Dr. Finner

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