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Expertenrat zu vernarbendem Haarausfall

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Thema: Lichen Ruber Planus Decalvans...
2008-05-24
Autor:
monalisa
Sehr geehrter Herr Dr. Finner,

bei mir wurde an der linken Schläfe lt. Hautarzt :"eine vernarbte Alopezie mit Hinweisen auf abgelaufenen Lichen ruber planus decalvans..." nach Entnahme einer Gewebeprobe festgestellt.

Zudem wurden in den PSA-gefärbten Schnitten keine Anhaltspunkte für Mykose festgestellt (Lt. Histologie!)

Ich bin zum Hautarzt gegangen,nachdem ich festgestellt habe, daß in diesem Bereich mir stark die Haare ausgegangen sind und noch ausgehen.

Beim ersten Hautarzt wurde nach einer Haarwurzeluntersuchung diagnostiziert, daß es anscheinend ein erblich bedingter Haarausfall wäre - nach Behandlung mit Ell-Cranell Lösung für ein halbes Jahr stellte sich leider kein Erfolg ein - der Hautarzt hat gemeint,daß dann die Haare wieder auf alle Fälle kommen würden - dem war leider nicht so - daraufhin wechselte ich nun den Hautarzt und dieser andere Hautarzt stellte nach Gewebeentnahme den oben genannen Befund fest.

Die Behandlung soll nun mit Dermoxinaler Lösung 50.0 N2 erfolgen - zusätzlich soll noch eine 3-malige wöchentliche Lichttherapie stattfinden.

Ich bin auf meinen Internetrecherchen auf Sie Herr Dr. Finner als Spezialisten auf diesem Gebiet gestoßen und bitte Sie sehr um Ihre Hilfe.

Was kann ich tun? Was raten Sie mir bei dieser Diagnose? Welche Vorgehensweise,bzw. Behandlung schlagen Sie als Experte mir vor?


Ich wäre Ihnen wirklich sehr dankbar für Ihren Rat und Ihre Hilfe und möchte mich jetzt schon bei Ihnen recht herzlich bedanken.


Mit freundlichen Grüßen
Dr. Andreas Finner

Experte
Beiträge:165
2008-05-27
Vielen Dank für Ihre Anfrage,

Diese ist allerdings sehr speziell. Die genaue Vorgehensweise bei Ihnen würde ich von Verlauf, Aktivität, Symptomen und Untersuchungsbefund abhängig machen.

Wenn der Lichen ruber planopilaris klinisch und feingeweblich übereinstimmend gesichert ist und noch Aktivität besteht, ist die gewählte äußerliche Behandlung mit Kortisonlösung eine Möglichkeit. Auch bietet sich eine Unterspritzung mit (verdünntem) Kortison alle 4 Wochen an oder Kortison als Schaum. Diese Therapien machen nur dort Sinn, wo noch Aktivität besteht, also z.B. am Rand der vernarbten Fläche. Es sollte auch am ganzen Kopf nach anderen Stellen gesucht werden.

Die Lichttherapie würde ich nicht unbedingt wählen, weil die eigentlich zu behandelnden Areale, wo noch Haare da sind, nicht gut erfasst werden.

Eine innerliche Therapie sollte nur erwogen werden, wenn die anderen Therapien nicht wirken bzw. große Areale sehr aktiv befallen sind.

Bereits vernarbte, nicht zu versteckende Areale können mit je nach Haarfarbe ausgesuchten Camouflageprodukten oder Haarprothesen abgedeckt werden. Eine Haartransplantation kommt, wenn überhaupt, nur nach mehrjähriger Inaktivität ohne Therapie in Frage.

Das Gute ist, dass die Stellen meist versteckt werden können und obige Therapien meist wirken, bis der Prozess sich wieder beruhigt.

Ich hoffe ich konnte Ihnen etwas weiterhelfen. Entscheiden Sie das Vorgehen je nach Verlauf mit ihrem behandelnden Arzt.

Mit freundlichen Grüßen, Dr. Finner

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