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Expertenrat zu vernarbendem Haarausfall

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Thema: lichen ruber follikularis
2008-05-18
Autor:
so ein mist
Hallo, ich hätte da mal als Mann, 57 Jahre, gesund, eine Frage. Vor einem Jahr, 4 Monate nach Gallenblasenentfernung, bemerkte ich zunächst ein starkes Jucken meiner Haut beim Kontakt mit neuen Büchern, dann zeigte sich im Bereich des Rumpfes und auf der Kopfhaut eine verstärkte Talgproduktion in Form von erhabenen Stellen - wie eine Reibeisenhaut. Unschön, aber was soll's.

Dann zeigte sich an einigen Stellen der Kopfhaut eine weisse, örtlich begrenzte festsitzende Schuppung, danach fielen dort plötzlich die Haare aus. Hautarzt: alopezia areata, Kortisonschaum.

Die übermäßige Talgproduktion dehnte sich auf mehrere Stellen am Rumpf aus, auf der Kopfhaut lassen sich harte Talgkegel mit dem Fingernagel abkratzen. Zwei weitere Hautärzte sahen alopecia arreata, abwarten.

Dann wurden die haarlosen Stellen plötzlich größer, es traten rauhe Stellen auf, neuer Hautarzt, Histologie stellte für die von weissen Schuppen gekennzeichneten Stellen lichen ruber follikularis fest. Ein Glykokortikoid, privat habe ich aber den Eindruck, dass eine Nacht mit Ichthoderm im feuchten Haar die Sache für einige Stunden bessert.

Zusätzlich jetzt: Immer wieder Entzündungen in der Achsel und in der Leiste, wie kleine Furunkel oder Akne, was ich früher nie hatte. Blutuntersuchungen mit völlig normalen Werten. Kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Talgproduktion am Haarfolikel irgendwas sagen will. Haare am Kopf, die sich leicht auszupfen lassen, weisen alle einen weichen oder verhärteten, dicken Talgbalg auf. Dort beginnt dann ein weiterer örtlicher Haarausfall. Bisher einige Stellen.

Was tun? Andere Zusammenhänge? Lebe in München.

Danke für eine Antwort
Dr. Andreas Finner

Experte
Beiträge:165
2008-05-22
Guten Tag,
obwohl eine genaue Diagnose und Empfehlung ohne persönliche Untersuchung schwierig ist, könnten die geschilderten Veränderungen einem disseminierten Lichen ruber follicularis an Kopf und Körper (Achseln, Leisten) entsprechen, dem sogenannten Lassueur-Graham-Little-Piccardi-Syndrom.
Dann würde es allerdings nicht eine verstärkte Talgproduktion sein, sondern übermäßige Hornproduktion am Haarausgang.
Die Ursache bleibt weiter unklar, obwohl manchmal Medikamente oder eine Hepatitis C- Infektion verantwortlich gemacht werden konnten.
Es können auch Veränderungen an Schleimhäuten und Nägeln auftreten.
Hier gäbe es bei weiterer starker Aktivität trotz einer konsequenten äußerlichen Kortisontherapie oder auch Unterspritzungen in aktive Kopfhautareale auch die Möglichkeit einer innerlichen Therapie, z.B. mit Retinoiden oder Cyclosporin A. Bis diese wirken, kann auch überbrückend Kortison als Tablette diskutiert werden.
Diese Möglichkeiten sollten Sie mit Ihrem Hautarzt nochmals besprechen und sich gegebenenfalls an eine Hautklinik überweisen lassen, wobei natürlich die LMU- Haarsprechstunde naheliegt.
Mit freundlichen Grüßen,
Dr. Finner

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