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Thema: Lichen planopilaris - neue Behandlungsmöglichkeiten
2010-10-03
Autor:
Alias
Sehr geehrter Herr Dr. Finner,

im Mai 2010 wurde nach 1,5 Jahren bestehender Krankheit durch eine Biopsie festgestellt, dass ich an Lichen planopilaris erkrankt bin. Zurzeit werde ich lokal mit Cortison behandelt.

Nach einiger Internetrecherche habe ich herausgefunden, dass es in den USA Untersuchungen gibt, wonach ein Zusammenhang zwischen Lichen planopilaris und einem Gendeffekt besteht. Dieses Gen nennt sich ppar-gamma. In Verbindung damit gibt es auch schon Untersuchungen, dass das Medikament Actos zur Bekämpfung der Krankheit erfolgreich eingesetzt wurde.

Können Sie mir sagen, ob es in Deutschland die Möglichkeit gibt, damit behandelt zu werden oder wie weit die Forschung in dieser Thematik fortgeschritten ist?

Vielen Dank für Ihre Bemühungen.

Freundliche Grüße
Dr. Andreas Finner

Experte
Beiträge:165
2010-10-04
Guten Tag,
Ihre Recherche stimmt, dieser erste Hinweis auf eine neue Therapiemöglichkiet war sehr spannend.
Jedoch ist laut Literatur bisher erst ein Patient in San Francisco von meiner Kollegin Vera Price erfolgreich damit behandelt worden. Es handelt sich ja um ein Medikament, welches bei Zuckerkrankheit zugelassen ist. Während der Behandlung muss engmaschig auf Nebenwirkungen kontrolliert werden.
Deshalb würde ich dieses Medikament derzeit nur erwägen, wenn andere Therapien (Unterspritzung, Hydroxychlorochin, Doxycyclin, Mycophenolat-Mofetil, Ciclosporin) nicht erfolgreich waren oder nicht in Frage kommen.
Zusätzlich würde es sich um einen sogenannten Off-Label-Use ohne Zulassung handeln, was bestimmt rechtliche Voraussetzungen beinhaltet und eine Erstattung durch eine Krankenkasse sehr erschwert.
Bisher hatte ich keinen derart geeigneten Patienten, um selbst das Medikament anzuwenden.
Ich empfehle, das Ganze mit Ihrem behandelnden Arzt zu besprechen. Es muss immer zwischen Krankheitsaktivität und Risiko durch das Medikament abgewogen werden.
MG, Dr. Finner

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