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Thema: Haartransplantation - Streifenmethode / FUE - Technik
2005-06-29
Autor:
Frank24
Hallo Herr Dr. Neidel,

ich habe einige Fragen:

Ich habe ursprünglich für Juli eine HT (Streifenentnahme) anvisiert.
Bevor ich aber die endgültige Entscheidung treffe habe ich nochmal mit Leuten gemailt und gesprochen die bereits eine HT hinter sich haben.
Dabei trat das Thema „Narbe an der Entnahmestelle“ immer wieder auf.
Viele sind mit der Narbe mehr als unzufrieden und raten von dieser Methode ganz ab. Teilweise wird von Narben berichtet die bis zu 5 mm breit sind ....

Jetzt meine Fragen:
1) Hängt die Narbe von der Art des Zusammennähens bzw. vom Können
des Arztes ab?
2) Hängt die Narbe von der Wundheilung und Hautbeschaffenheit des einzelnen ab?
3) Gibt es einfach ein bestimmtes Risiko bei dieser Methode dass die Narbe später nicht schön aussieht, wenn ja, wie hoch ist dieses Risiko (in %)?

Ich habe nun ein Problem, ich will auf keinen Fall das Risiko einer lebenslangen unschönen Narbe tragen und auf der anderen Seite würde ich gerne eine HT machen. Es gibt ja noch eine 2. Methode, bei der einzelne kleine Elemente entnommen werden. Aber wenn ich es richtig weiß muss man dafür das gesamte Haar ganz kurz schneiden. Die ich sehr eitel bin und nicht will das jeder meine HT sieht kann das für mich auch nicht in Frage kommen. (HT in Geheimratsecken = 400 Drafts)

Jetzt meine Fragen dazu:
4) Reicht es bei dieser Methode aus nur die Entnahmestelle am Hinterkopf zu rasieren?
Da die Drafts am Haaransatz (Geheimratsecken) eingesetzt werden sollen müsste das Rasieren des Oberkopfes & des Haaransatzes nicht notwendig sein, oder sehe ich das falsch ???
5) Wie lange wären die Entnahmestellen sichtbar?

Danke schon jetzt für Ihre Antworten.

Mfg
Frank24
Dr. Frank G. Neidel

Experte
Beiträge:169
2005-07-01
Sehr geehrter Frank,



Danke für Ihre Anfrage. Auf Ihre Frage darf ich wie folgt antworten:



Die Narbenbildung hängt entschieden vom Können und der Technik des
Zusammennähens ab. Da sich Patienten häufig am Preis orientieren, ist
der Operateur nicht immer ausgebildet und gut geeignet, einen
vernünftigen Wundverschluß herbeizuführen. Manchmal operieren sogar
Personen, die überhaupt keine Arztzulassung besitzen, die sich aber als
"Mediziner" bezeichnen. Deshalb die relativ vielen unzufriednen
Patienten bezüglich der Narbe am Hinterkopf.
Auch bei zu großer Entnahme (Wunsch nach mehr als 2000 Trasnplantaten in
einer Behandlung) können solche Narben auftreten, oder bei ungünstigen
Hautverhältnissen. Auch bei Neigung zu Breitnarbenbildung ist das Risiko
erhöht.



Auf jeden Fall ist bei der Streifenentnahme immer die Möglichkeit der
Korrektur gegeben. Bei der FUE Technik besteht diese Möglichkeit nicht
und Sie müssen die möglicherweise stark sichtbaren punktförmigen Narben,
die über den gesamten Kopf verteilt sein können, akzeptieren. Außerdem
ist bei dieser Methode die Menge der zu verteilenden Haarwurzeln
begrenzt und das Verletzungsrisiko für Haarwurzeln erhöht.



Die spätere Beschaffenheit der Narbe läßt sich kalkulieren. Dabei sollte
immer der Fachmann die Kalkulation vornehmen, der später persönlich
operiert. Bloße Mutmaßungen sind unzureichend.



Da die Narbenbildung also von vielen Faktoren abhängig ist, läßt sich
kein pauschales Risiko in Prozent angeben.
Wichtig ist die Tatsache, dass sich in der Regel Narben wieder
korrigieren lassen und das es auch jetzt eine sehr neue und extrem gute
Narbenverschlußtechnik gibt (Entwickler dieser Technik ist Dr. Patrick
Frechet aus Paris), die wir derzeit anwenden und damit sehr gute Narben
erreichen, die oftmals nicht einmal vom Friseur erkannt werden.



Die Technik der Einzelhaarwurzelentnahme, wie schon oben kurz
angedeutet, hinterläßt lebenslang ein narbiges Verteilungsmuster der
Entnahmepunkte auf der Kopfhaut, was in der Regel nur schwer zu erkennen
ist. Bei falscher Anwendung entstehen auch hier sichtbare Narben, die
nicht korrigierbar sind.
Bei 400 Transplantaten braucht nur ein relativ schmaler Streifen kurz
rasiert werden und alles läßt sich mit Haaren überdecken.



Was haben Sie vor, wenn Ihnen das Resultat zu dünn ist, der Haarausfall
weitergeht und Folgebehandlungen erforderlich werden? Weitere
Operationen in FUE Technk ? Es ergeben sich also in Ihrem speziellen Fall noch viele Fragen, die Sie unbedingt in einem ärztlichen Beratungsgespräch abklären sollten,
einfache Verkaufsgespräche mit sogenannten Beratern oder Meinungen in
Chaträumen halte ich für unzureichend.



Mit freundlichen Grüßen, Ihr Dr. Neidel

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