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Thema: Folliculitis decalvans
2008-11-09
Autor:
Jürgen
Hallo Herr Dr. Finner.
Ich bin 41 Jahre alt und leide seit einigen Jahren unter dieser Krankheit.
Doch so schlimm wie jetzt war es noch nie.
Habe in den letzten 6 Monaten schon den dritten Schub.
Juckende,nässende und mit vielen großen eitrigen Pusteln übersäte Kopfhaut sind die folgen.
Von meinem jetzt inzwischen vierten Hautarzt habe ich über zwei Monate lang Tetracyclin
(Breitband-Antibiotikum) Soderm Creme (Betamethason) eingenommen.
Der Erfolg war aber nur von kurzer dauer und schon nach 8 Wochen kam der nächste Schub.
Man kann doch nicht das ganze leben Antibiotika nehmen.
Wäre sehr dankbar für einen Ratschlag von Ihnen.
Vielen dank schon mal im vorraus,
Mit freundlichen Grüßen Jürgen
Dr. Andreas Finner

Experte
Beiträge:165
2008-11-20
Sehr geehrter Jürgen,
leider kann die Folliculitis decalvans immer mal wieder einen akuten Schub zeigen.
Empfehlenswert ist ein Abstrich, um zu sehen, welche Bakterien vorliegen und ob das Antibiotikum wirkt. Vielleicht besteht auch ein Reservoir auf der Nasenschleimhaut.
Ich würde auch unbedingt äußerlich mit einem antiseptischen Mittel behandeln.

Wirkt das Antibiotikum, dann gilt es, die niedrigst mögliche Dosis zu finden, die noch wirkt.
Neben einem Breitspektrum- Antibiotikum (1. Wahl) wie Doxycyclin, Cephalexin oder Trimethoprim/Sulfamethoxazol kommen gegebenenfalls auch Kombinationen von Rifampizin mit Clindamycin (2. Wahl) oder sogar Fusidinsäure mit Zink (3. Wahl) in Frage. Hier muss eine genaue Überwachung und Information bezüglich der Nebenwirkungen erfolgen.
Kortison kann allenfalls unterstützend äußerlich oder als Injektion an die betroffenen Haarwurzeln verwendet werden.
In ganz schweren Fällen kann eine Entfernung von Haarbüscheln (Eintrittspforte für Bakterien) oder Enthaarung ständig betroffener Stellen erwogen werden.
Ich hoffe aber, dass sich mit den beschriebenen Maßnahmen eine Kontrolle der Erkrankung erreichen läßt.
MFG, Dr. Finner



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