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Expertenrat zum anlagebedingten Haarausfall der Frau

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Thema: Ell-Cranell trotz überhöhtem Wert männlicher Hormone?
2005-06-30
Autor:
Manja
Meine Hautärztin hat nach einer Untersuchung der Haarwurzeln versärkten Haarausfall festgestellt und die Anwendung von Ell-Cranell empfohlen. Gleichzeitig hat der Gynäkologe nach einer Untersuchung des Hormonspiegel einen erhöhten Wert des androgenen (?), also von der Nebennierenrinde produzierten Hormons festgestellt (statt max. Wert 3,1 beträgt der Wert 3,6) und mir die EInnahme der Pille "Valette" empfohlen. Welche Therapie ist nun sinnvoller gegen den Haarausfall- Ell-Cranell oder Valette?
Können auch bei Ell-Cranell zuerst die Haare stärker ausfallen, was ja, wie ich gelesen habe, eher als positiv zu bewerben ist?
Viele Grüße,
Manja
Dr. Jens Meyer

Experte
Beiträge:57
2005-07-01
Sehr geehrte Manja,



Die Therapie des anlagebedingten Haarausfalls (androgenetische Alopezie) der Frau richtet sich nach dem vorliegenden Haarstatus.



1. Bei fehlender oder nur geringer Haarlichtung bei gleichzeitig stärkerem Haarverlust sind Estradiol-haltige Lösungen manchmal in der Lage, den Haarausfall zu verzögern. Hier gibt es die biologisch östrogenaktiven 17-beta-Estradiol-Lösungen und die nicht-östrogenaktiven 17-alpha-Estradiole (z.B. Ell-Cranell-alpha). Bei einer Therapie mit Ell-Cranell ist nicht mit einem Shedding zu rechnen, wie es öfters zu Beginn der Therapie mit Minoxidil-Lösung beobachtet wird.

2. Wahrscheinlich wirksamer sind antiandrogene "Antibabypillen" wie z.B. Valette. Allerdings steht der wissenschaftliche Beweis in doppelblinden, plazebokontrollierten Studien mit präzisen Haarzählungen und standardisierten Übersichtsfotografien sowohl für Östrogene als auch Antiandrogene noch aus.

3. Bei sich deutlich abzeichnender androgenetischer Alopezie der Frau verwenden wir 2%ige Minoxidillösung (Regaine Frauen). Unserer Meinung nach ist Regaine (Minoxidil) das Mittel der Wahl bei der androgenetischen Alopezie der Frau. Wichtig ist, dass Regaine wie jedes andere Haartherapeutikum nur so lange wirkt, wie man es anwendet. Ziel der Therapie ist immer ein Stopp des Fortschreitens der Haarlichtung. Eine Therapie der androgenetischen Alopezie ist mit einer Pille allein, Regaine allein oder der Kombination beider möglich. Liegt ein erhöhter Spiegel männlicher Geschlechtshormone im Blut vor, so kann mit der Einnahme einer Pille mit antiandrogener Wirkung ein positiver Effekt erzielt werden. In der einzigen bislang durchgeführten Untersuchung bei der eine Pille mit antiandrogener Wirkung und Regaine verglichen wurden, schnitt jedoch Regaine deutlich besser ab. Bei Frauen mit erhöhten männlichen Geschlechtshormonen allerdings war die Kombination von Pille und Regaine effektiver als eine Monotherapie.



Ihr Dr. J. Meyer

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