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Expertenrat zum anlagebedingten Haarausfall des Mannes

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Thema: Einfluss auf die Fertilität unter Propecia!
2008-12-14
Autor:
christian
Sehr geehrte Damen und Herren!

In ihrem Expertenrat weisen sie mehrmals daraufhin, dass Finasterid keinerlei Einfluss auf die Zeugungsfähigkeit eines Mannes nehmen kann!
Wie kommentieren sie folgenden Artikel:
http://www.kup.at/kup/pdf/7272.pdf Nummer 22

Kurzer Auszug:
Ein 27-jährige Patient stellte sich vor mit seit 1? Jahren unerfülltem Kinderwunsch. Seit 10 Monaten war Finasterid 1 mg/die wegen einer
androgenetischen Alopezie eingenommen worden. Die klinische Untersuchung und das Hormonprofil waren unauffällig bis auf eine Nebenhodenzyste linksseitig. Bei der Erstvorstellung zeigte sich eine schwere Oligo- Asthenoteratozoospermie (Konzentration 12 Mio/ml, Motilität WHO A +B: 5 %, Normalformen 4 % („strict criteria“). Im Hormonprofil ergaben sich keine Auffälligkeiten. 3 Monate nach Absetzen von Finasterid zeigte sich eine deutliche Verbesserung der Spermienanzahl (37 Mio/ml) bei verbleibender Asthenoteratozoospermie (WHO A + B 10 %, Normformen 3 %). Nach insgesamt 6 Monaten Finasteridfreier Zeit zeigte sich eine konstant
normale Spermienkonzentration (30 Mio/ml) bei tendenziell besserer Motilität
(WHO A + B: 30 %), aber noch weiter bestehender schwerer Teratozoospermie von 4 %. Das Ejakulatvolumen steigerte sich von 2,5 ml am Anfang auf 3 ml 6 Monate nach Absetzen von Finasterid. Schlussfolgerung: Wir berichten den Fall eines Patienten mit einer schweren
Oligo-Asthenoteratozoospermie, dessen Spermiogrammparameter sich 6 Monate nach Absetzen von Finasterid signifikant besserten. Bis vor Kurzem war man von einer Unschädlichkeit von einer Finasterid- Dosis von 1 mg/die für eine gesunde Spermatogenese ausgegangen.


Mit freundlichen Grüßen

Christian
Prof. Dr. Hans Wolff

Experte
Beiträge:187
2008-12-15
Sehr geehrter Christian,

Propecia ist eine Tablette zur Behandlung des androgenetischen (hormonellen, erblichen) Haarausfalls des Mannes, einmal täglich einzunehmen.

Propecia hemmt selektiv das Enzym 5a-Reduktase Typ II und somit die Umwandlung von Testosteron (Männliches Geschlechtshormon) zu DHT (Dihydrotestosteron). DHT ist neben der erblichen Veranlagung hauptverantwortlich für den androgenetischen Haarausfall. Durch die Hemmung des Enzyms wird der Spiegel von DHT im Serum (Blut) um etwa 70 % gesenkt. In zahlreichen Studien konnte auch ein minimaler Anstieg von Testosteron gemessen werden, die Werte blieben jedoch alle im Normbereich. Ebenso wurde in mehreren Studien an Propecia-nehmenden Männern Untersuchungen des Spermas vorgenommen. Die Zahl der Spermien, deren Beweglichkeit und Form hat sich unter Propecia-Einnahme nicht verändert.

Im Rahmen der Studien an über 1500 Männern (die eine Hälfte bekam Propecia, die andere Hälfte bekam Plazebo - eine unwirksame Substanz) wurde nach Beeinflussung der Libido (Verlangen nach Sexualität), nach Veränderung des Samenvolumens und nach Potenzproblemen gefragt. Unter 2 % aller Männer (also auch der Plazebo-Probanden) gaben eine Abnahme der Libido, des Samenvolumens (das Samenvolumen hat hier nichts mit der Qualität der Spermien zu tun) und Potenzprobleme an. Der Unterschied zwischen den Männern die Plazebo und Propecia eingenommen haben, war statistisch nicht signifikant, also unbedeutend.

Treten jedoch unter Propecia Einnahme entsprechende Beschwerden auf, so lassen diese meist trotz fortgeführter Therapie nach. Sämtliche Nebenwirkungen sind nach Absetzen von Propecia vollständig reversibel.

Ein ungünstiger Einfluss auf die Fruchtbarkeit oder auf eine bestehende Schwangerschaft der Partnerin ist nicht zu befürchten.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. H. Wolff


Nachsatz:

Die Zahl und Beweglichkeit der Spermien bei einem Mann kann zum Teil erheblich schwanken. So können diese Parameter bei verschiedenen Untersuchungszeitpunkten extrem unterschiedlich ausfallen. Die Studien mit mehreren Untersuchungen belegen, dass bei vielen Männern in nacheinander und wiederholt durchgeführten Ejakulatuntersuchungen keine ungünstigen Effekte durch Finasterid zu beobachten waren.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. C. Kunte

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