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Expertenrat zum anlagebedingten Haarausfall des Mannes

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Thema: Beunruhigender Artikel über Nebenwirkungen von Propecia
2005-02-22
Autor:
Matti
Sehr geehrte Damen und Herren,

auf

http://www.dr-walser.ch/index.html?propecia.htm

findet man den untenstehend in Ausschnitten wiedergegebenen Artikel von Dr. Walser aus Zürich zum Thema Propecia.

Würden Sie die Zitate zum Thema "Verweiblichung", Prostataverkleinerung und Abnahme der Körperbehaarung unterschreiben?

Wie stehen Sie zum Thema "Gefahr von Langzeitwirkungen?

Ist bei Männern über 45 wirklich keine Wirkung dokumentiert?


Vielen Dank für die Antwort,


Matthias


Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen von Finasterid kann man kurzerhand als "Verweiblichung" umschreiben (Hemmung der Testosteronwirkung): 3-5% zeigen Verminderung der Lust, Erektionsstörungen und weniger Samenbildung (Impotenz auf allen Ebenen); Die Brüste können wachsen (Gynäkomastie) und selten entsteht sogar ein Brustkrebs! Die Prostata verkleinert sich und die hormonabhängige Körperbehaarung wird spärlicher ... Soll der Haarausfall nicht von neuem beginnen, so muss Finasterid ständig - theoretisch während Jahrzehnten eingenommen werden. An dieser Dimension gemessen sind die vorliegenden Studien noch viel zu kurz, um auch nur einigermassen zuverlässig Probleme einer Langzeiteinnahme auszuschliessen. Abgesehen von möglichen Konsequenzen für die Sexualfunktion ist dabei auch an die hormonalen Auswirkungen auf Herz und Kreislauf sowie die Lipide zu denken. Es ist keineswegs klar ob im mittleren Lebensalter eine jahrelange Unterdrückung der Dihydrotestosteronspiegel belanglos ist ... später auftretende Nebenwirkungen (z.B. Spätwirkungen von Hormonverschiebungen bei Propecia auf Tumorwachstum, Fettstoffwechsel,...) verheerend wären!"

Copyright© by Dr. med. Thomas Walser, CH-8004 Züric
Prof. Dr. Hans Wolff

Experte
Beiträge:187
2005-03-01
Sehr geehrter Matti,

Der Mann ist ja ein wahrer Untergangsprophet! Das für Propecia-Anwender besonders verunsichernde an seinen Aussagen ist, dass sie im Kern durchaus korrekt sind, aber in der Interpretation sehr tendenziös negativ. Im Einzelnen:
A. Es sind nicht 3-5% sondern 1-2% der Propecia-Anwender, die eine (reversible) Schwächung von Libido und Potenz bemerken. B. "Weniger Samenbildung" stimmt nur für das Ejakulatvolumen (minus 0,5 - 1,0 ml), vor allem wegen des verminderten Prostatasekretes. Die Zahl und Funktion der Spermien bleibt völlig unverändert. In der grossen Propecia-Studie wurden sogar mehr Partnerinnen von Propecia-Anwendern schwanger als von Plazebo-Probanden! C. Eine (reversible) Gynäkomastie entsteht bei etwa 1-2 von 1000 Anwendern. Brustkrebs gibt es auch bei Männern (etwa jeder 100.ste Brustkrebs tritt bei einem Mann auf). Eine Auslösung durch Propecia ist jedoch meines Wissens noch nie wissneschaftlich belegt worden. D. Die Prostata verkleinert sich tatsächlich um etwa 10%; das ist aber kein Problem, da ältere Männer immer unter einer Prostatavergrösserung leiden. E. Die Körperbehaarung vermindert sich nicht! F. Bei sehr vielen Medikamenten gibt es keine "Langzeitstudien". Aber nach mittlerweile etwa 10 Jahren Propecia-Studien gibt es keinerlei Hinweise auf negative Propecia-Langzeiteffekte. Insgesamt wird das Mittel weltweit von Millionen Männern täglich eingenommen, mit guter Wirkung und ohne Nebenwirkungen.

Ihr Prof. Dr. Hans Wolff

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