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Expertenrat zum anlagebedingten Haarausfall der Frau

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Thema: anlagebedingter Haarausfall
2005-07-03
Autor:
Wicky
Hallo,

ich (24) leide seit ca. 7 Jahren unter Haarausfall. Nach langer Prozedur stellte eine Endokrinologin erhöhte Zahl von Androgenen fest und diagnostizierte Androgenetische Alopezie. Das komische daran: Mir fallen die Haare diffus aus und entgegen dem Ludwig-Schema. Dennoch soll ich androgenetische Alopezie haben?! Aber ich habe doch erhöhte Werte von Androgenen?!

Meine Frage ist folgende: Aus etlichen Informationskreisen hört man immer unterschiedlichste Aussagen, was denn nun androgenetischer Haarausfall sei. Ist es eine Überempfindlichkeit der Haarwurzel gegenüber den Hormonen? Oder ist es eine erhöhte Anzahl von Androgenen im Blut? Viele Ärzte drücken sich hierzu unterschiedlichst aus. Und was ist jetzt die korrekte Bezeichnung? Androgenetische Alopezie? Hormonellbedingter Haarausfall? Und wenn ich wirklich androgenetischen Haarausfall habe, wieso fallen die Haare mir vorwiegend diffus bzw. an den "nicht-Ludwig-Stellen" aus?

Ist ein erhöhter Androgenspiegel evtl. auch eine Reaktion auf Stress? So daß wir eventuell wieder beim stressbedingten Haarausfall wären?

Vielen lieben Dank schon im voraus für Ihre Antwort
Dr. Jens Meyer

Experte
Beiträge:57
2005-07-04
Sehr geehrte Fragestellerin,



Es gibt mehrere Bezeichnungen für den anlagebedingten Haarausfall. Die fachlichen Termini sind androgenetische Alopezie oder Alopecia androgenetica (abgekürzt AGA). Ein weiterer "Laienbegriff" ist erblich-hormoneller Haarausfall. Die Ursache der AGA bei der Frau liegt nur selten in zu hohen Androgenspiegeln (männliche Geschlechtshormone) im Blut. Beim Syndrom der polyzystischen Ovarien (PCO-Syndrom) z.B. bestehen Zysten an den Eierstöcken und erhöhte Androgenspiegel im Serum mit der Folge einer androgenetischen Alopezie und eines Hirsutismus (Männlicher Behaarungstyp bei der Frau). Meist liegt der AGA aber nur eine erhöhte Empfindlichkeit der Androgenrezeptoren (Andockstellen der männlichen Geschlechtshormone) der Haarfollikel auf die in normalen Mengen vorhandenen Androgene zu Grunde. Wenn ein diffuser Haarausfall besteht, müssen viele andere Ursachen ausgeschlossen werden (siehe Rubrik "Erkrankungen&Behandlung"). Im Zweifelsfall kann zur Diagnose einer AGA auch eine Probebiopsie der Kopfhaut mit anschließender feingeweblicher Untersuchung erfolgen.



Ihr Dr. J. Meyer

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