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Diagnose des diffusen Haarausfalls
4. August 2014 - Dr. Andreas M. Finner

Diffuser Haarausfall ist ein häufiger Grund, den Arzt aufzusuchen. Betroffen sind meist Frauen, die sehr besorgt bis verzweifelt sind. Oft wird der Haarausfall als eine Katastrophe empfunden, denn unterschwellig besteht die Angst vor einer Glatze. Verschiedene Vermutungen zur Ursache werden angestellt, von Stress bis Ernährung. Die Patientinnen verlieren oft seit einigen Wochen oder Monaten beim Waschen und Kämmen auch lange Haare, diese finden sich auf dem Kissen und auf dem Schreibtisch. Oft werden die Haare gezählt, was zur Beunruhigung und Panik beiträgt, und mehrmals täglich wird das Haar mit der Hand durchkämmt, um den Ausfall zu prüfen. Betroffene Patientinnen sind sich oft unsicher, ob diese Haare mit Wurzel ausgehen oder wieder nachwachsen. Oft werden ausgefallene Haare zur Sprechstunde mitgebracht, um zu beweisen wie schlimm es ist.

Bei der Untersuchung bei der Hautärztin oder beim Hautarzt sollte ein Zupftest an verschiedenen Kopfhautarealen erfolgen, der bei diffusem Haarausfall typischerweise am ganzen Kopf mittel bis stark positiv ist. Bei der Lupenbetrachtung, auch der mitgebrachten Haare, zeigen sich Telogenhaare, also Haare in der Ruhe bzw. Ausfallsphase.

Es ist wichtig zu wissen, dass der helle Punkt am Haaransatz nicht die Wurzel ist, sondern dass diese in der Kopfhaut verbleibt und ein neues Haar produzieren wird, eine Glatze droht also nicht. In dem Moment, in dem ein Haar ausfällt, wächst von unten ein neues heran. Es handelt sich also um einen Haaraustausch. Die ausfallenden Haare wechseln sich, weil sie sich vor einigen Monaten ‚erschrocken‘ haben, also durch ein Ereignis vom Wachstum in die Ruhephase übergegangen sind.

In der Trichoskopie, also der Betrachtung der Kopfhaut mit einer Lupe, zeigen sich beim reinen diffusen Haarausfall keine Zeichen einer Vernarbung und keine leeren Follikel oder Vellushaare. Wenn sich die Patientinnen vor Angst seltener die Haare waschen, können sich Kopfschuppen zeigen. Oft kann jedoch eine gleichzeitig bestehende androgenetische Alopezie (anlagebedingter Haarausfall) durch miniaturisierte Haare und Kaliberschwankungen erkannt werden. Tatsächlich ist ein Großteil der Fälle von moderatem, länger oder chronisch andauerndem diffusem Haarausfall als aktiver Zustand einer eher den ganzen Kopf betreffenden androgenetischen Alopezie anzusehen. Hier ist die Anagenphase verkürzt und es kommt zu einem verstärkten Haarwechsel mit langsamer Verkürzung und oft erst später auffallender Kaliberminderung der Haare.

Zur genauen Quantifizierung und Abgrenzung der verschiedenen Formen des Haarausfalls kann ein Trichogramm oder Trichoscan an verschiedenen Kopfhautarealen (Oberkopf, Hinterkopf) erfolgen. Letzteres birgt den Vorteil der Schmerzlosigkeit und die Möglichkeit einer Dokumentation zur objektiven Verlaufskontrolle, wenn dieselbe Stelle untersucht wird.

Wichtig zu wissen ist, seit wann das Problem besteht und ob ein generelles Ausfallen oder ein allmähliches, lokalisiertes Dünnerwerden der Haare vorliegt. Bei ersterem sollte dann nach Ereignissen einige Monate vor Beginn des Haarausfalls gefragt werden. Dazu gehören Krankheiten, Fieber, Operationen, Medikamente, Änderungen einer eventuellen Hormontherapie, eine Geburt, Ernährungsumstellungen und Diäten.

Zur Laboruntersuchung sind nur sinnvoll die Schilddrüsenwerte, Ferritin (Eisenspeicher), Blutbild und ggf. TPPA (Blutwert zur Erfassung von Syphillis). Die Bedeutung des Ferritins ist umstritten, der Grenzwert liegt in meiner Praxis bei 40 ng/ml. Eine Hormonuntersuchung ist nur bei Hirsutismus oder Zyklusstörungen angezeigt.

Wichtig ist die Untersuchung, ob bereits nachwachsende Haare zu sehen sind. Zeigen sich an einer gescheitelten Stelle bereits viele kurze, spitz zulaufende Haare, können betroffene Patientinnen sich viel entspannter auf weitere therapeutische Maßnahmen konzentrieren.

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