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Kopfläuse - Wenn es krabbelt und juckt
27. November 2013 - Dr. Uwe Schwichtenberg

Kopfläuse haben ein denkbar schlechtes Image: Sie werden oft mit Schmutz und mangelnder Pflege gleich gesetzt. Der Sprössling hat Kopfläuse aus dem Kindergarten eingeschleppt? Dennoch kein Grund zur Panik: Die Parasiten lassen sich heute einfach und effektiv bekämpfen. Kopfläuse kommen in den „besten Familien“ vor, berichtet Dr. Andreas Jesper, Hautarzt in Lüdenscheid. Schätzungen zufolge befallen die Parasiten in Deutschland jährlich bis zu 1.500 von 10.000 Kindern. Sie treten meist in Kindergarten oder Schule in Kleinepidemien auf und werden von dort in die Familie eingeschleppt. Kopfläuse können nicht wie Flöhe springen, sondern sind schnelle Läufer und können bei engem Kontakt von Kopf zu Kopf krabbeln. Wie sauber und gepflegt ihr Wirt ist, spielt für die Parasiten keine Rolle, betont der Dermatologe. Eine Übertragung über Haarbürsten und Kämme, Mützen oder Bettwäsche sei selten.

Meist besiedeln anfänglich nur wenige Insekten die Kopfhaut. Sie ernähren sich von menschlichem Blut, das sie mehrmals täglich saugen. Die Weibchen kleben ihre Eier mit einer wasserunlöslichen Substanz an Haarschäfte. Nach etwa einer Woche schlüpfen daraus Larven, die in weiteren acht bis zehn Tagen geschlechtsreif sind. Um die rasante Vermehrung zu unterbinden, sollten Kopfläuse so früh wie möglich bekämpft werden, rät Dr. Jesper. Eltern werden meist auf einen Kopflausbefall aufmerksam, weil die Kinder über Juckreiz klagen und sich am Kopf kratzen - sie entdecken dann rote Papeln, die von den Bissstellen der Läuse herrühren, manchmal entzündete Kratzspuren und vor allem hinter den Ohren, an den Schläfen und im Nacken weißliche bis bräunliche Nissen (Eihüllen). Vereinzelte Läuse sind mit bloßem Auge kaum erkennbar. Im Zweifelsfall sollte den Kopflausbefall ein Hautarzt bestätigen.

Kopfläuse sind den Betroffenen oft peinlich – doch falsche Scham sei unangebracht, betont Dr. Jesper. Gemeinschaftseinrichtungen, die das Kind besucht, müssen sofort informiert werden. Spiel- und Klassenkameraden sowie die ganze Familie sollten auf einen möglichen Kopflausbefall untersucht werden. Eltern scheuen sich manchmal, zu Kopflausmitteln zu greifen, da sie Nebenwirkungen befürchten. Läuse und Nissen lassen sich jedoch nicht mit einem normalen Shampoo abwaschen, warnt der Hautarzt. Vielmehr sollte ein anerkanntes Kopflausmittel eingesetzt werden. Zur Verfügung stehen verschiedene Insektizide, die das Nervensystem der Parasiten lähmen; dazu zählen der Chrysanthemen-Extrakt Pyrethrum sowie synthetische Pyrethroide. Ein gänzlich anderes – physikalisches Wirkprinzip – weisen Präparate mit Ölen wie beispielsweise Dimeticon auf. Sie verkleben die Atemöffnungen der Parasiten. In der Regel ist eine Wiederholungsbehandlung erforderlich, bei der nachschlüpfende Larven abgetötet werden. Um den Therapieerfolg und die Verträglichkeit der Präparate zu gewährleisten, sollte die Anwendung genau nach den Angaben in der Packungsbeilage erfolgen, empfiehlt Dr. Jesper. Zudem sollten Haarbürsten und Kämme gründlich gereinigt, die Bettwäsche bei 60 Grad gewaschen und Polstermöbel sorgfältig abgesaugt werden. Eine Desinfektion der ganzen Wohnung ist nicht erforderlich.

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